Rezension

Alex The Astronaut

The Theory Of Absolutely Nothing


Highlights: I Think You’re Great // I Like To Dance // Split The Sky // Happy Song
Genre: Singer-Songwriter // Pop-Rock // Indie-Folk-Pop
Sounds Like: Regina Spektor // Noah And The Whale // Feist // She & Him

VÖ: 21.08.2020

Jung und unbeschwert zu sein fällt in der aktuellen Zeit sicher nicht leicht. Jung sein geht natürlich, unbeschwert und frei sein, was doch irgendwie zu der Lebensphase dazu gehört, fällt da schwieriger. Um diese Sehnsucht der Jungen und Alten nach vergangenen Tagen zu stillen, kommt nun mit „The Theory Of Absolutely Nothing“ das perfekte Debüt, das an ein eine leichtere Zeit im Leben erinnert. Alex The Astronaut bringt ihr grundsympathisches Singer-Songwriter-Sommeralbum raus, das nach Lagerfeuer, billigem Wein, erster Liebe und dem schweren Erwachsenwerden klingt.

Auch wenn es die erste LP ist, ist Alex The Astronaut in ihrer australischen Heimat kein unbeschriebenes Blatt mehr. Durch ihre beiden EPs und diverse Singles macht sie mit wunderbarer Radiomusik auf sich aufmerksam. Obwohl ihre Songs direkt ins Ohr gehen, sind sie clever genug, dass sie auch drinbleiben dürfen, denn neben Gute-Laune-Popmusik kann Alexandra Lynn auch tolle Texte schreiben und ist eine fantastische Singer-Songwriterin. Gerade das bringt auf Albumlänge eine angenehme Abwechslung und Vielschichtigkeit mit sich. Hervorzuheben ist neben der Hitdichte des Albums auch, dass es keine schwachen Songs gibt und alles funktioniert, ob schnell oder langsam, ob traurig oder glücklich.

Mit dem „Happy Song“ startet die Platte direkt mit einer ordentlichen Portion guter Laune, auch wenn es um die schlechte Laune und Beziehungsenden geht, an denen glückliche Musik hilft – wie auch die von Alex selbst. Mit „Lost“ und „Split The Sky“ folgen zwei starke Popsongs und bevor es zu poppig, happy und naiv wird, folgt ein starkes Stück Storytelling. „I Like To Dance“ erzählt die Geschichte von zunehmender häuslicher Gewalt durch den Partner und wie schwer die Trennung dennoch sein kann. Eingerahmt von so viel guter Laune keine leichte Kost, aber dennoch ein absolutes Highlight. Aus dem charmanten Mittelteil ist „Christmas In July“ hervorzuheben, welches dem Album durch Klavier und langsameren, tieferen Gesang weitere Elemente hinzufügt. Mit „Banksia“ geht es toll und locker weiter, was dann zum Highlight der Scheibe überleitet. „I Think You‘re Great“ ist wunderbarer Pop-Rock – was für ein toller, unironischer Ohrwurm über das Älterwerden.

Mit solcher Musik können einem Sommer und die Jugend ewig vorkommen, ob „The Theory Of Absolutely Nothing“ auch nächstes Jahr noch Bestand hat, ist eigentlich egal. Gerade jetzt ist es der perfekte Spätsommer-Indie-Pop und zumindest für die Albumspieldauer fühlt es sich alles wieder etwas unbeschwerter an.

Marian Krüger

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Alex the Astronaut - I Think You're Great (Official Video)

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