Rezension

A Tale Of Golden Keys

Everything Went Down As Planned


Highlights: All Of This // Writings On The Wall // Travelling Lights
Genre: Indie-Pop
Sounds Like: We Invented Paris // The Album Leaf // Death Cab for Cutie

VÖ: 23.10.2015

Sollte es mal dem Ende zugehen, A Tale Of Golden Keys hätten mit „Everything Went Down As Planned“ den passenden Soundtrack zur Apokalypse parat. Lässt man allerdings dieses Endzeitszenario mal Szenario sein, bleibt immer noch diese herausragende Platte, die einen angenehm durch die dunkle Jahreszeit begleitet, ohne dabei den Gemütszustand noch weiter Richtung Herbstdepression zu treiben.

Fünf Takte und eine durchgehend gespielte Note braucht es, bis Hannes Neunhoeffer die erste Zeile des Openers „All Of This“ singt und man sich sofort die Frage stellt, wann man zuletzt von einer Stimme so ins Mark getroffen wurde. „Writings On The Wall“ gaukelt lange eine unspektakuläre Indiepop-Nummer vor, bis das Schlagwerk aufdreht und in bester Phoenix-Manier mit einem druckvollen Beat die Stille bricht. Gerade dieses Wechselspiel aus dynamischen und ruhigen Momenten macht die Kunst dieser Band aus. Die ländliche Zurückgezogenheit ihrer Homebase Eckersmühl scheint ihnen den nötigen Raum zu lassen, um ihren Songs diese durchdachten Melodien auf den Leib zu schreiben. Aufgenommen in der fränkischen Einöde von Produzent Jan Kerscher, wurden kaum musikalische Elemente hinzugefügt, die die Band in ihrer Trio-Besetzung nicht auch live umsetzen könnte. So wurde die Platte größtenteils live eingespielt und nur nuanciert mit Overdubs versehen, um große Momente noch größer scheinen zu lassen.

A Tale Of Golden Keys haben mit ihrem „Everything Went Down As Planned“ ein Debüt veröffentlicht, das ganz ungeniert auf den Titel „Entdeckung des Jahres“ schielen darf. Und sollte das Endzeitszenario doch eher als erwartet vor der Tür stehen, sollte man dieser Band die letzte Geige überlassen.

Sönke Holsten

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Video zu "All Of This"

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