Interview

Dillinger Escape Plan


The Dillinger Escape Plan polarisieren - für die einen große Kunst, für andere ein schwer verdaulicher Brocken, eine Mischung aus Leid und Lärm im ewigen Kampf zwischen Kopf- und Bauschschmerzen. Kaan Karaismail traf Greg und Brian während ihrer Deutschland-Tour in Köln zu einem ausführlichen Interview.

Erstmal herzlich willkommen in Köln. Gefällt es euch hier?

Brian: Das ist eine etwas komische Frage für uns, da wir nie wirklich die Möglichkeit haben ernsthaft in die Stadt zu gehen und selbige zu erkunden. Um genau zu sein haben wir einen begrenzten Zeitrahmen in welchem wir ankommen und tun was zu tun ist. Soundcheck und all das. Deshalb haben wir keine Zeit die Gegend zu erkunden - mal abgesehen von der Umgebung des Veranstaltungsortes. Ich habe gehört, dass es hier eine bezaubernde Kathedrale geben soll, die den 2. Weltkrieg überstanden hat weil man sie extra schützte. Aber unglücklicherweise fehlt uns die Zeit.

Vielleicht hab ihr ja nächstes mal die Gelegenheit dazu.

Brian: Ja, vielleicht. Unser Gitarrentechniker war schonmal mit einer anderen Band hier und hat Bilder der Kathedrale. Und die sind einfach der Wahnsinn! Wir würden sie wahnsinnig gerne sehen, aber leider geht das nicht. (seufzt)

Gibt es große Unterschiede zwischen dem Publikum bei euch zu Hause oder hier in Europa?

Brian: Nein, nicht wirklich. Das kommt drauf an wo du bist. Die Staaten der USA sind von Staat zu Staat so unterschiedlich. So unterschiedlich wie hier von Land zu Land. Verständlich wenn man bedenkt, dass die Staaten bei uns so groß sind wie Länder hier drüben. Deshalb hast du jedesmal ein anderes Publikum - selbst innerhalb der Staaten. Es gibt diese Zuschauer, die dich einfach nur anstarren, und die vielleicht noch nie vorher auf deiner Show waren und das ganze erstmal verarbeiten müssen, versuchen alles in sich aufzunehmen. Und dann gibt es diese, die viel aktiver sind und in dem ganzen Geschehen mehr aufgehen. Und das ist hier genauso. Egal wohin du gehst - es ändert sich von Stadt zu Stadt, von Land zu Land.

Als ihr mit System Of A Down auf Tour wart habt ihr das Publikum polarisiert. Einerseits habt ihr die Leute begeistert, andererseits hat man euch die Mittelfinger entgegengestreckt. Treibt euch das an? Oder stört euch das vielmehr?

Brian: (lacht und grinst breit) Ja! Es stört uns überhaupt nicht. Um ehrlich zu sein treten wir lieber vor ein Publikum, welches uns nicht kennt oder gar feindseelig uns gegenüber eingestellt ist. Denn das lässt uns das Beste aus uns heraus holen! Das ist was ganz anderes als vor 1.000 Leute zu treten die dich kennen und auf deiner Seite stehen. Aber wir gehen gerne vor jedes Publikum. Wir wollen vor möglichst verschiedenen Leuten spielen, egal ob eine negative Stimmung herrscht - so wie die Tour mit S.O.A.D. - oder ob die Stimmung gut ist. Es ist toll wenn die Leute uns noch nicht kennen und sich dann für unser Ding interessieren. So wie es auf den europäischen Festivals war die wir gespielt haben. Dort gab es diese verdammt großen Bands und dann werfen die uns auf dieselbe Bühne, eine große Hauptbühne! Und alle im Publikum stehen da und denken sich "Was zum Teufel is das?". Aber dennoch, viele Zuschauer fühlen sich unterhalten und interessieren sich dafür was wir machen. Das ist cool.

Wie schafft die Band es während der Tour fit zu bleiben? Da eure Musik ja schon sehr ermüdend zu spielen sein muss.

Brian: Das ist genau wie bei jeder anderen körperlichen Aktivität. Die ersten Shows sind normalerweise sehr hart. Die Ausdauer ist ein wenig eingebrochen, etc. Aber sobald man einmal in einen Lauf kommt ist es sehr einfach. Immerhin tun wir dies tagein und tagaus. Natürlich wird es mit der Zeit ermüdend, besonders je älter man wird. Aber sobald wir auf der Bühne stehen explodiert die Kondition wieder und es ist immernoch einfach. Also kein Problem. (lacht laut)

Eure letzte Platte ("Miss Machine") ist viel melodischer als euer Debüt ("Calculating Infinity"). Inwiefern hatte Greg (Puciato) einen Einfluss darauf?

Brian: Er hatte definitiv Einfluss darauf. Wir wollten schon immer etwas mit Melodien ausprobieren und herumspielen. Mit unserem altem Sänger, Dimitri (Minakakis), war das einfach nicht möglich, weil Dimitri nicht so singen konnte. Als wir uns dann voneinander getrennt haben, haben wir speziell nach einem Sänger gesucht der in der Lage war das rauszuhauen was wir raushauen wollten. Wir wollten, dass er in der Lage ist Melodien zu singen. Und dann kam Mike Patton und hat mit uns die "Irony Is A Dead Scene"-EP aufgenommen. Das hat uns die Türen geöffnet. Dadurch haben wir einen Weg gefunden zu experimentieren und Melodien bei 'Dillinger' einzuführen. Das haben wir dann auch auf "Miss Machine" ausgeweitet. Es war dieses Gefühl da "Ok, wir können mit Melodien arbeiten. Also lasst uns diese Chance packen und herumexperimentieren - insbesondere mit Greg's Fähigkeiten!".

Greg: Ich denke ich hatte irgendwie einen Einfluss auf Ben's und Chris' Art und Weise zu schreiben. Ich selbst schreibe ja keine Musik, von daher konnte ich keine eigenen Gesangsparts einbringen. Aber sie wollten diese Melodien schreiben. Und eben weil sie sich so fühlen wollten als ob sie schreiben könnten was sie nur wollten haben sie dieses Ding mit Mike Patton gemacht. Ich vermute, dass sie sich davor eingeengt fühlten und meinten nur Parts schreiben zu können in denen geschrien wird, aber diese EP befreite sie und das ist gut! Aber es ist jetzt nicht so gewesen, dass ich zu ihnen hingegangen wär und ihnen Dinge gesagt hätte wie "Hey, ich will in diesem Part singen." oder "Schreibt ganze Stücke in denen ich singen kann."

Wie würdet ihr den Einfluss den Mike Patton auf euch hatte beschreiben?

Greg: Ich denke, dass Mike Patton besonders als Persönlichkeit einen Einfluss auf uns hatte. Denn er ist das, was wir sein wollen. Ich meine, er hat die komplette künstlerische Freiheit zu tun was immer er will. Es ist nicht unbedingt wie er klingt, dafür umso mehr die Art und Weise wie er seine Karriere aufgebaut hat. Aus diesem Grund wurden wir auch von anderen Bands beeinflusst. Bands wie Radiohead oder Nine Inch Nails zum Beispiel. Bands, die ihre Karriere aus dem Willen zu tun was immer man will gestartet haben und erfolgreich wurden ohne sich auf irgendwelche Mainstreameinflüsse einzulassen.

Wo wir gerade über Einflüsse sprechen, woher nehmt ihr eure unglaubliche Kreativität?

Brian: Allein schon dadurch, dass wir fünf total verschiedene Typen in der Band sind bringen wir alle möglichen Einflüsse mit. Wie man kaum überhören kann haben wir alle einen bestimmten Rahmen an Bands die wir gemeinsam favorisieren. Aber Liam (Gitarre) zum Beispiel ist totaler Fan der - wenn man so sagen will - Avantgarde der totalen Undergroundbands. Was nicht so ganz das Gebiet der anderen ist. Wir unterscheiden uns da schon sehr. Jeder hat sein eigenes Ding und dadurch entsteht ein riesiger Mischmasch an Einflüssen. Aber der wichtigste Einfluss ist das Spielen miteinander. Wir versuchen uns immer gegenseitig anzuspornen, musiktechnisch und mit Schritten nach vorn. Wir versuchen immer neue Dinge zu probieren und nicht bei unseren bisherigen Fähigkeiten stehen zu bleiben. Zum Beispiel sitzen wir beisammen und es fallen die Vorschläge "Lasst uns was elektronischeres versuchen." oder "Lasst uns versuchen ein wenig Pop einfließen zu lassen.". So wurde auch "Miss Machine" so anders als "Calculating Infinity". Wir saßen eben nicht da und wollten ein neues "Calculating Infinity" schreiben. Es sind so viele Bands herausgekommen in den fünf Jahren zwischen unserem Debüt und der aktuellen Platte. Und diese Bands klangen fast wie wir. Unsere Herausforderung war also nicht etwa ein total technisch versiertes Album mit allmöglichen technischen Hilfen zu schreiben. Sowas hätte am Ende keine Substanz gehabt, wäre vielmehr eine Aneinanderreihung von Millionen von Sequenzen gewesen. Unsere Herausforderung war vielmehr herauszufinden wie wir Pop in einen 'Dillinger' Song einfließen lassen konnten so dass der Song immernoch funktionierte. Wie könnten wir noch mehr Jazz einfließen lassen? Oder dies und jenes? Und vor allem: wie können wir Greg einbringen und seine Fähigkeiten betonen? Und das ganze so, dass es immernoch nach 'Dillinger' klingt? Also war es vielmehr ein Experiment denn der Versuch die schnellste oder technisch versierteste Band zu sein. Wir wollten einfach nur unsere Karten besser ausspielen. Unser Hauptaugenmerk war nie Technik, sondern Energie. Und alles was uns Energie bringt haben und werden wir benutzen.

Greg, lass uns zurück zu deinen ersten Tagen mit 'Dillinger Escape Plan' gehen. Du bist dazugekommen als 'DEP' an der EP mit Mike Patton gearbeitet haben. Wie hast du dich dabei gefühlt in eine Band einzutreten, wo du erstmal "nur" der "Zweite" bist?

Greg: (lacht) Das war wirklich merkwürdig man. An dem Tag als ich zur Band stieß meinten sie "Hey, wie würdest du dich fühlen, wenn die erste Veröffentlichung nachdem du in der Band bist mit einem anderen Sänger gemacht wird?". Und ich dachte mir nur "Zum Teufel. was reden die da?", verstehst du? Und sie meinten dann "Nun, es ist Mike Patton und wir haben schon zugestimmt.". Darauf konnte ich nur sagen "Verdammt, darüber kann ich mich doch nicht beschweren!". Ich mein, wie kann man sauer werden wenn deine Band die Möglichkeit hat mit so einem vollkommenen Genie zu arbeiten? Ich denke sogar, dass mir das sehr geholfen hat. Es nehm sehr viel Druck von mir. Die EP kam raus und sie klang so anders im Gegensatz zu "Calculating Infinity". Den ganzen Druck den ich also abbekommen hätte bekam nun Mike Patton ab. Die Fans dachten "Oh mein Gott! Was ist das für ein Gesang?!", denn er macht ja noch andere Geräusche während er singt! Viele mochten die Mike Patton-EP nicht, andere liebten sie. Für mich fühlte es sich so an, als ob die EP die Band in eine Position gebracht hat wo sie sagen konnten "Ok, jetzt können wir tun und lassen was wir wollen und stehen nicht mehr im Schatten von "Calculating Infinity." Von daher war das ein echt befreiendes Gefühl. Ehrlich!

Nach der Veröffentlichung der EP musstest du die Position einnehmen die Mike Patton hinterlassen hat. Wie hast du das gemanagt? Hat Mike dir geholfen dich in deine Rolle einzufinden?

Greg: Nein, wirklich nicht. Wir hatten schon eine längere Tour bevor die EP rauskam und wir hatten sogar schon Songs für das neue Album geschrieben. Und Mike selbst war ja nicht wirklich in der Band. Von daher hatte er ausser der EP keinen direkten Einfluss auf die Songs oder meinen Gesang. Das Komischste war, als er uns das erste mal live spielen sah und vor allem mich sah, wie ich die Songs brachte, die er mit 'DEP' geschrieben hat. Und ich dachte mir nur "Oh man, verdammt, er wird nach der Show zu mir kommen und mir Sachen entgegenschleudern wie "Was zum Teufel sollte das? Du hast meinen Song versaut!"". Und dann kam er und meinte "Hey man, das war wirklich großartig! Gute Arbeit, weiter so!". Und ich dachte mir nur "Thank God!". Verstehst du? Ich war so tierisch nervös als ich ihn an der Bühne stehen sah, sah wie er uns sah und spürte, dass dieser Typ auf jedes kleinste Detail achtete und quasi nur darauf wartete, dass ich es verbocken würde. Aber zum Glück ist ja alles gut gegangen.

Bekommst du immernoch Alpträume deine Zähne zu verlieren nachdem die auf einer der ersten Show einige Zähne ausgeschlagen wurden?

Greg: (lacht laut und zeigt breit grinsend seine Zähne) Jap, jap. Ich bekam diese Alpträume bis vor einem halben Jahr. Es ist physisch gesehen eine sehr dramatische Sache die Zähne ausgeschlagen zu bekommen. Das war mir zuvor noch nie passiert und wie gesagt, die Träume verfolgten mich bis vor einem halben Jahr. In diesen Träumen lief ich herum und fühlte meine Zähne mit meiner Zunge und dann realisierte ich, dass sie ausfallen! Und all so ein Zeug. Und dann habe ich ständig Angst, dass mir meine falschen Zähne ausfallen könnten. (grinst breit) Ich hab inzwischen Zahnersatz. Aber die Alpträume hab ich nicht mehr. Was ich noch hatte war, wenn ich an bestimmten Dingen vorbeiging - wie zum Beispiel (schaut sich suchend um und zeigt auf eine Absperrung) eine Eisenstange - hatte ich Angst, dass diese Dinge mich im Gesicht treffen könnten. Selbst wenn sie weiter weg waren (zeigt weit weg) hatte ich diese Ängste. Aber inzwischen ist das ok. Mir wurden die Zähne sogar noch ein zweites Mal ausgeschlagen. In Las Vegas und dann nochmal in England. Hoffentlich passiert das nicht nochmal, das ist wirklich scheiße. Und beide Male hatte ich keine Versicherung für meine Zähne, wodurch das auch noch so verdammt teuer wurde.

Um mal zu was erfreulicherem zu kommen. Was wurde aus deinem Sidekick 'Error'?

Greg: (lehnt sich lächelnd zurück) Ähm das weiß ich nicht so genau. Das ist eine großartige Frage! Der Typ, Atticus (Ross, NIN Programmierer), der das ganze Programmierzeugs macht ist gerade erst mit dem aktuellen 'Nine Inch Nails' Album fertiggeworden. Ich denke er hat erstmal keine Lust mehr auf diese Art von Musik, immerhin hat er ziemlich genau zwei Jahre seines Lebens damit verbracht dieses 'NIN' Album fertigzustellen. Deshalb wird er vermutlich erstmal eine kleine Auszeit nehmen. Ich weiß zwar, dass er gerne ein komplettes Album aufnehmen wollte - und ich wollte es auch, aber unsere Terminpläne sind so unterschiedlich. Wir sind immer auf Tour und er macht immer diese ganzen Remixe für all die Bands die zu ihm kommen und ihn darum bitten. Wir werden ja sehen. Man, ich habe mit dem Kerl bestimmt ein halbes Jahr lang nicht mehr gesprochen! Keine Ahnung was er nun mit dem Projekt machen will, oder ob er überhaupt noch daran denkt. Aber es hat Spaß gemacht. Es war ziemlich genau in der Mitte der Produktionen zu "Miss Machine" und es fühlte sich großartig etwas machen zu können ohne diesem Druck ausgesetzt zu sein. Es war halt nicht etwas wovon ich dachte, dass es was ernstes ist. Wir sagten uns "Wir werden einfach nur Spaß haben.". Ich dachte nichtmal darüber nach was ich singen würde, dachte nicht darüber nach was ich schreibe. Frei nach dem Motto "Lasst uns reingehen und eine gute Zeit haben!". Jede Vocalaufnahme war in zwei bis drei Takes abgehakt. Nächster Vocal - zwei, drei Takes - nächster Vocal. Bei "Miss Machine" waren es verdammte siebzig bis achtzig Takes für jedes einzelne Wort! Und ich habe Vocals aufgenommen bis ich mich übergeben musste! Es hat keinen Spaß gemacht "Miss Machine" aufzunehmen! Absolut keinen! Von daher kam mir dieses Projekt sehr gelegen. Das war gut.

Bleibt zu hoffen, dass das Projekt eines Tages wieder aufgegriffen wird!

Greg: Yeah man! Das hoffe ich! Ich meine, selbst wenn es erst in ein paar Jahren ist, ich würde gerne was mit 'Error' auf die Beine stellen.

Wo wir gerade über Nebenprojekte sprechen, was wurde aus deinen Plänen für 'Spylacopa' zu singen?

Greg: (lacht laut und grinst breit) Ahahaha! Das ist lustig man! Das ist lustig, dass du überhaupt davon weisst! Ähm, im Moment besteht das ganze nur aus Dateien die per E-Mail hin- und hergeschickt werden. John (LaMacchia, Kopf von 'Spylacopa') von 'Candiria' schickt mir das was er gemacht hat und so weiter und so fort. Ich weiß nicht, ob du es auch weisst, aber auch Jeff (Caxide) von 'Isis' arbeitet an dem Projekt mit. Aber zur Zeit ist es ziemlich schwer, da wir alle an unterschiedlichen Orten sind. 'Isis' ist auf Tour, wir sind auf Tour. Es ist nur ein Bündel von MP3s die hin- und her geschickt werden. Ich schätze, dass ich wenn wir mit der Tour fertig sind einige Zeit mit diesem Projekt verbringen werde. Dann werden wir in der Lage sein uns alle zu treffen und richtig an den Songs zu arbeiten. Wie auch immer, es wird etwas sein, was passiert wenn es passiert, verstehst du? Wir alle sind definitiv interessiert bei der Sache, aber wir werden es nicht überstürzen. Vielleicht werden wir auch nicht auf Tour gehen, das Material wird also möglicherweise niemals live gespielt werden.

Also nur mal so zum Spaß?

Greg: Yeah!Ich meine, es ist sowohl Ernst als auch Spaß. John ist ein bezaubernder Musiker und er hat großartige Ideen. Deshalb wird das eine gute Sache! Solche Kollaborationen können niemals was anderes tun als zu helfen man! Du wirst immer etwas über dich selbst herausfinden wenn du mit jemand anders zusammen arbeitest.

Kommen wir zurück zu "Miss Machine". Stimmt es, dass ihr mit dieser Platte euren Vertrag bei 'Relapse' erfüllt habt?

Brian: Nein. (lacht) Aber es gab eine Zeit als wir von Major Labels beobachtet wurden. In der Zeit hatten wir nicht gerade die beste Beziehung zu 'Relapse'. Es war so, dass das was wir 'Relapse' brachten weitaus mehr war als unser ursprünglicher Vertrag verlangte. Als wir damals bei 'Relapse' den Vertrag unterschrieben waren wir eine neue Band, junge Kerle die nie erwartet hätten die Band dahin zu führen wo sie heute steht. Und jetzt sind wir die vielleicht größte Band auf 'Relapse'. Deshalb dachten wir uns, dass der Vertrag daran angepasst werden müsste um das zu belohnen. Wir waren nicht mehr die new kids on the block! Wir waren die Typen die das Brot und die Butter zum Label brachten. Wir waren unglücklich damit wie das alles ablief. Darum dachten wir uns "Wenn ein Major kommt, war das die letzte Platte die wir über 'Relapse' rausbringen werden!". Aber letztendlich ändern sich Dinge. Und sie änderten sich und wir bekamen den neuen Vertrag, den wir etwas zu unserem Vorteil drehen konnten. Darum entschieden wir uns bei 'Relapse' zu bleiben.

Was können 'DEP'-Fans demnach vom neuen Album erwarten? Was für Entwicklungen erwarten uns?

Brian: Wir arbeiten derzeit schon ein wenig am neuen Album, was aber sehr schwer für eine Band wie wir es sind ist. Wir sind auf einem Independent Label und das einzige womit wir überleben können ist zu tourem. Nur dabei machen wir unser Geld. Sehr vielen Bands, auch Bands bei Major Labeln, ergeht es so. Mit "Calculating Infinity" tourten wir fünf Jahre durch die Gegend. Als wir tourten befürchteten wir, dass die Platte stirbt. Aber dann stießen immer mehr Leute aus verschiedenen Musikrichtungen zu unserem Publikum dazu. Es war so, dass die New-Metal Szene langsam aber sicher ausstarb und diese Kids nach neuen Dingen Ausschau hielt. Sie gingen auf's 'Ozzfest' und Konsorten und sahen dort wirklich harte Bands. Viele reagierten positiv, so a la "Wow! Das ist beeindruckend! Ich will mehr davon, wohin muss ich gehen?" Und viele dieser Kids fanden dann ihren weg zu 'Dillinger' Shows und somit wurden unsere Shows größer und größer - und nicht kleiner. Also stellte sich uns die Frage was wir nun machen sollten. Und wir entschieden uns weiter zu touren. Und so in etwa läuft das auch mit "Miss Machine". Seitdem die Platte draußen ist sind wir auf Tour. Wir werden voraussichtlich noch bis Dezember diesen Jahres touren. (lacht) Und sobald der Dezember vorbei ist werden wir eine Auszeit nehmen und dann anfangen den Großteil des neuen Album's zu schreiben. Wenn nicht das ganze Album.

Da dies nur eine kurze Deutschlandtour mit drei Terminen ist, wann werden 'DEP' zurückkommen? Sind für den Sommer irgendwelche Festivals geplant?

Brian: Ja, es gibt ein paar. Wir werden 'Rock am Ring' und 'Rock im Park' spielen. Ich bin mir nicht sicher, ob es eine kleinere Clubtour durch Deutschland zu dieser Zeit geben wird. Aber wir werden einige Festivals spielen, die wir bisher noch nicht gespielt haben. Zuvor waren wir zum Beispiel bei 'Download', 'Writing' und 'Leeds'. Aber dieses Jahr werden wir mehr auf dem Festland denn auf der Insel spielen. Aber was Deutschland angeht bin ich mir nur bei 'Rock am Ring' und 'Rock im Park' sicher.

Ich weiß, es ist eine Standardfrage. Aber was bevorzugt ihr? Clubgigs oder Festivals?

Brian: Ich mag beide. Ich mag die kleinen Clubshows weil die genau in unserem Element liegen. Und die Festivalshows mag ich eben weil wir dort vor einem großen Publikum spielen können, welches uns nicht kennt. Das bringt uns dazu hart für die Aufrechterhaltung der Spannung im Publikum zu kämpfen. Wie gesagt, dass lässt uns das Beste aus uns herausholen.

Vielen Dank für das Interview und viel Glück für eure Zukunft.

Brian: Yeah, kein Problem. Danke.

Greg: Vielen Dank.

Und ebenso viel Glück für deine Sidekicks Greg.

Greg: Danke man.

Kaan Karaismail

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