Konzertbericht

Torpus & The Art Directors


Torpus & The Art Directors sind mit Schaf und Kegel auf ausgiebiger Tour, um ihr neues Album "The Dawn Chorus" live zu präsentieren. Dass der Stop in Hamburg eine besondere Rolle spielen würde, ist nicht von der Hand zu weisen. Schließlich ist hier neben der Band selbst auch ihr Label, das Grand Hotel Van Cleef, beheimatet.

Den Abend eröffnet die Band "Helgen" mit ihrem Indie-Blues-Pop irgendwo zwischen Knyphausen und Trümmer. Dass diese drei Hamburger Musiker um Sänger und Gitarrist Helge Schulz erst seit einem Jahr den Proberaum teilen, merkt man den Songs nicht an. Gute Band-Performance trifft auf gute Texte. Nur leider ist das Publikum des sich langsam füllenden Grünspans etwas zu redselig, um dem Trio ein aufmerksames Ohr mehr zu schenken.

Wer Sönke Torpus und seine Band in den vergangenen Jahren live erlebt hat, der wird auch deren Reifeprozess bemerkt haben. Die aktuelle Platte und dieser Auftritt spiegeln diesen sehr gut wider. Die Euphorie, mit der sie ihren Folk ins Publikum feuern, ist ungebrochen, wird aber an den richtigen Stellen von Americana-Momenten durchzogen, die an der einen oder anderen Stelle eine zweite E-Gitarre anstelle der Westerngitarre fordern. Der Vergleich mit Mumford & Sons rückt dadurch ein wenig in den Hintergrund, was der Band sehr gut zu Gesicht steht.

So spielen sich Sönke Torpus, Melf Petersen, Ove Thomsen, Jenny Aplemo und Felix Roll durch ihre Diskographie, reihen neue Songs an Stücke ihres Debüts "From Lost Home to Hope" und wissen dabei uneingeschränkt zu überzeugen. Das Publikum nickt mit Beginn des Openers "I Can Decide That By Myself" mit den Köpfen und singt jeden eingeforderten Singalong-Part von z.B. "Fall In Love" lauthals mit und macht die Band damit fast sprachlos.

So bleiben nach dem knapp 100-minütigen Set eine glückliche Band und ein glückliches Publikum zurück. Mission erfüllt, könnte man meinen. 2013 haben sie das Knust ausverkauft und nun das Grünspan gut gefüllt. Vielleicht die Große Freiheit 36 mit Album Nr. 3? Bitte, gerne!

Sönke Holsten

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