Konzertbericht

Queens Of The Stone Age


Nur zögerlich füllte sich das Kölner Palladium am Abend wo die tödlich sexy Eagles Of Death Metal sowie die wüstenheißen Queens Of The Stone Age die Menge zum Tanzen bringen sollten.

Als die Eagles die Bühne betraten war die Halle gerademal halbvoll, aber sollte sich noch im Laufe des Auftrittes füllen. Jesse Hughes und seine Mitstreiter hatten keinerlei Probleme die tanzwütige Meute zum Tanzen zu bringen. Death by sexy? Sehr gerne! Großartig spielten sie auf, tanzten über die Bühne und immer wieder gelang es ihnen das Publikum weiter einzuheizen. Und wenn eine schwule Masche so sexy macht wie Jesse, dann überlegt man doch glatt sich ebenfalls eine solch warme Masche anzueignen. Am Ende holten sie sich ihren langanhaltenden und wohlverdienten Applaus ab eh sie die Bühne für die Queens Of The Stone Age freigeben mussten.

Nun war erstmal Kräfte sammeln angesagt, doch zum Hinsetzen war in der nun vollen Halle kein Platz mehr - es sei denn man wollte seinen ertanzten Platz aufgeben. Und die Verschnaufpause war wichtig, denn was nun kommen sollte war eine Tanzmania der ganz besonderen Art.

Mit der ersten Sekunde, mit dem ersten Klang setztens sich Hunderte Körper in Bewegung. Sie zuckten, zappelten, glitten, tanzten sich in einen Rausch. Einen Rausch dirigiert von Josh Homme und den restlichen Queens Of The Stone Age. Mit nahezu astreinem Sound zogen die Melodien einen unaufhaltsam in ihren Bann. Man musste einfach tanzen, hüpfen oder sich irgendwie bewegen. Man musste! Kopfnicken reichte da keineswegs mehr aus. Als ein Security meinte einem Fan das Fotografieren verbieten zu können ergriff Josh das Wort und erklärte dass jeder so viele Fotos machen dürfe wie er lustig sei. Schließlich habe man sich hier eingefunden um gemeinsam Party zu machen. Darum sei alles erlaubt, was im friedlichen Rahmen bliebe. Recht hat er! Kurz darauf musste er aber leider einen Song unterbrechen, da ein übermütiger Fan ein zusammengeknäultes T-Shirt auf die Bühne warf, welches Troy Van Leeuwen traf. Dies fand Josh garnicht witzig und erklärte abermals, dass wir hier seien um Spaß zu haben. Alle wären wir seine Freunde, alle die Party machen wollen seien seine Freunde. Nur der Spielverderber, er sei nicht mehr sein Freund. Es solle sich doch einkriegen oder sich verpissen. Und nochmals "Amen Josh!". Die Queens, sie hatten Spaß. Sie tanzten und ließen sich von ihrer eigenen Musik tragen - und die Keyboarderin? Ja, die erlebte bei "Someone's In The Wolf" wohl einen Tanzorgasmus - zumindest sah es sehr danach aus. Natürlich wurde die Setlist von neuen Songs bestimmt, aber genauso fanden sich viele ältere Sahnebonbons und natürlich auch die großen Erfolge, welche ganz besonders frenetisch betanzt und bejubelt wurden. Was ein abend, was ein Konzert. Das war ganz großes Klangkino!

Kaan Karaismail

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