Konzertbericht

Death Cab For Cutie


Kaum bogen wir um die Ecke der V-Street sahen wir auch schon die lange Schlange von Menschen vor dem 9:30 Club. An der Box Office konnte man unuebersehbar “Sold Out” lesen, trotzdem versuchten ein paar Optimisten noch Karten zu bekommen, denn die beiden Death Cab For Cutie Termine in Washington D.C. waren schon nach wenigen Tagen komplett ausverkauft gewesen.

Als wir den Club betraten, waren wir sehr beeindruckt, denn der 9:30 Club hat eine gemuetliche Groesse fuer Konzerte, nicht zu klein und nicht zu gross, mit einer tollen Empore (nicht nur fuer V.I.P.s), einer Bar und natuerlich Merchandisestand.

Schnell fuellte sich der Bereich direkt vor der Buehne, auch wir nahmen unsere Plaetze ein und warteten gespannt auf den Auftritt der “Stars” aus Kanada, die als Death Cabs Vorband auftraten.

Puenktlich um 20:00 Uhr betraten die “Stars” die Buehne und begannen ihre gelungene Show. Gerade Frontfrau Amy Millan zog alle Blicke auf sich und bezauberte das Publikum mit ihrer Stimme. Dennoch konnten sie den Amerikanern, die unbeweglich der Musik zu hoerten, nicht mehr als ein Klatschen entlocken. Dies war ein Phaenomen, was sich auch im weiteren Verlauf des Konzertes nicht aendern sollte, ausser einem leichten Kopfnicken war den Besuchern auch bei Death Cab nichts zu entlocken, somit fuehlte man sich schnell wie umgeben von “Emo-Statuen”.

Nach einem ca. 40-minuetigen Auftritt verliessen die “Stars” unter grossem Applaus die Buehne und vielen war wohl klar, dass es unumgaenglich war sich auch deren Platte zuzulegen (uebrigens: Die “Stars” sind Bloc Party Support in Deutschland).

Nach kurzer Umbauphase und Soundcheck betraten endlich um 21:15 Uhr Death Cab For Cutie die Buehne und starteten direkt mit dem ersten Song auf “Plans”, naemlich “Marching Bands of Manhattan”, ihre Show. Ben Gibbard befand sich trotz, dass er links am Rande der Buehne stand, im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit.

Death Cab spielten fast das gesamte neue Album, von “Soul meets Body” ueber “Summer Skin”, “Different Names for the Same Thing”, “Brothers on a hotel bed”, dem rockenden “Crooked teeth” bis hin zu “What Sarah said”, was wohl zu den absoluten Highlights ihres Auftritts gehoerte. Denn bei “That love is watching someone die....So who’s gonna watch you die?” ueberfiel einen totales Gaensehautgefuehl, so beeindruckend war die Performance dieses Songs.

Aber nicht nur “Plans” kam zum Zug, auch ein Song des ersten Albums war dabei, sowie mehrere von “We have the facts and we’re voting yes” und vom beruehmten “Transatlanticism”, wie zum Beispiel “The Sound Of Settling” und “Tiny Vessels”. Insgesamt ein guter Mix aus alten und neuen Songs der Band, sowie mal rockend und dann wieder ruhig und melancholisch.

Als Death Cab die Buehne verliessen wollte der Applaus nicht mehr abebben. Somit kamen sie fuer eine Zugabe zurueck und diese hatte es in sich, denn der erste Song war “I will follow you into the dark”. Ben Gibbard stand ganz alleine mit der Akkustikgitarre im Scheinwerferlicht der Buehne und das gesamte Publikum begleitete ihn. Es war einfach atemberaubend! Zum Abschluss spielten Death Cab noch “Lack Of Color”, welches dank “The O.C.” der wohl bekannteste Death Cab Song in den USA ist.

Abschliessend kann man sagen, dass Death Cab For Cutie eine wunderbare Show geliefert haben, voll von grossen Gefuehlen, die einen durch die rockigeren Songs nicht runterziehen, sondern einen viel mehr in den Arm nehmen. Seattle ist als Musikschmiede nach Nirvana also nicht gestorben, sondern hat nur einen Schoenheitsschlaf gehalten, um dann Death Cab For Cutie zu praesentieren.

Verena Blättermann

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