Festival-Vorbericht

TakeRoot 2018


Wäre das TakeRoot ein in den Vereinigten Staaten lebender Mensch und kein Indoor-Festival, das die Musik dieses Landes präsentiert, dürfte es nun endlich legal trinken. Wird auch höchste Zeit: Wieder einmal ist nämlich der Groninger Oosterpoort im November die beste Anlaufstelle für Country- und Folkfans, die wahrscheinlich auch selber dem einen oder anderen Whisky nicht abgeneigt sind.

Zum Jubiläum ausverkauft sein, das war 2017 ein schöner Erfolg für das TakeRoot. Und es sieht beim aktuellen Line-up auch nicht so aus, als sollte dies eine Ausnahme bleiben: Die Speerspitze bildet dieses Jahr Father John Misty, der (nicht nur von uns) schon vollkommen zurecht als "zynischer Elton John" bezeichnet wurde und dem jeder zweite Indie-Fan wahrscheinlich heimlich einen Schrein gebaut hat. Kaum weniger namhaft: Kurt Vile, König der amerikanischen Slacker, der sein aktuelles Album "Bottle It In" hinter sich her schluren wird.

Die größte Stärke des Festivals, dessen Tagline nicht umsonst die drei Begriffe "Past", "Present" und "Future" vereint, bleibt jedoch seine Bandbreite: Auf den sechs Bühnen des Theaterkomplexes sammeln sich von 60s-Pop (Mattiel) über Country-Songwriter (Shakey Graves) bis zu Bluegrass (Trampled By Turtles) verschiedenste Stilrichtungen aus den guten, alten US of A. Da stößt man gerne mit dem TakeRoot auf's 21. an – diesmal ja erst recht mit 'nem guten Bourbon.

Das TakeRoot Festival findet am 03.11. im De Oosterpoort in Groningen, 40km von der deutschen Grenze entfernt, statt. Tickets (zu einem Preis von 52,50 €) und das komplette Line-up gibt es unter www.takeroot.nl.

Jan Martens

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