Rezension
Youth Lagoon
Savage Hills Ballroom
Highlights: The Knower // Rotten Human // Again
Genre: Indie // Rock // Electronica
Sounds Like: Baths // Mutual Benefit // Beach House
VÖ: 25.09.2015
Unweigerlich erinnert die Geschichte von Youth Lagoon (vielmehr vom Kopf dahinter, Trevor Powers) an den 2013 ebenfalls noch blutjungen Will Wiesenfeld (Baths). Ließ dieser auf seinem erstes Album „Cerulean“ noch wunderbar verspulte Klänge sprudeln, wurde man als Hörer vom Zweitling „Obsidian“ Zeuge des Endes von Baths Adoleszenz und seinem Eintritt in das düstere Erwachsenenzeitalter.
Auch „Savage Hills Ballroom“ kommt in Gestalt einer Reifeprüfung. Auslöser hierfür war der Tod eines Freundes, nachdem sich Powers ernsthaft mit der dunklen Seite seines Unterbewusstseins auseinandersetzten musste, um nicht von den negativen Gefühlen aufgefressen zu werden. Diese Bewusstmachung resultiert auch in seiner Musik. Vage Klänge sind strukturierten Melodien gewichen, ein fröhliches Sprudeln einem nüchternen Blick von oben. Dieser Blick macht es Powers jedoch möglich, auch die eigenen Unzulänglichkeiten zu erkennen und vor allem: zu akzeptieren.
Auf dem vielumjubelten Album „Wondrous Bughouse“ hat Trevor Powers ein Feuer gezündet. 2013 war das. Und es war ein bunter Blumenstrauß aus Ideen, Sounds und irren Experimenten, der da brannte. 2015 ist der Rauch verschwunden. Und mit ihm der experimentelle Charakter. Übrig geblieben ist eine immer noch außergewöhnliche Stimme, die außergewöhnlich intime Dinge krächzt. Sie ist deutlicher als zuvor. Ihr ist es nun wichtiger, gehört zu werden, denn sie hat jetzt etwas zu sagen.
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