Rezension

Yo La Tengo

Stuff Like That There


Highlights: Rickety // I'm So Lonesome I Could Cry (Hank Williams Cover) // Deeper Into Movies (Remake)
Genre: Alternative
Sounds Like: Built To Spill // Pavement // Belle & Sebastian

VÖ: 28.08.2015

Yo La Tengo sind eine besondere Band. Die Art, wie das Paar Ira Kaplan und Georgia Hubley sowie James McNew ihre Liebe zur Musik zum Lebensinhalt gemacht haben, ist bemerkenswert. Die Band lebt in Hoboken, New Jersey, gleich über den Hudson River von Manhattan aus. Dort ist sie seit über 30 Jahren verwurzelt, und macht einfach das, was sie eben macht: Musik. Hierbei müssen die drei sich absolut nichts mehr beweisen und haben ihren ganz eigenen, behutsamen Rocksound ohnehin schon lange gefunden. Gerade live ist es immer wieder schön zu beobachten, was für eine intime Atmosphäre die drei innerhalb kürzester Zeit erzeugen. Eine Band, die mehr über den eigenen Raum, den sie erschafft, definiert ist, als über die Platten, die sie noch veröffentlicht.

Doch in dem schönen, lichtdurchfluteten Raum ist immer noch Platz, und für diese nächste Platte „Stuff Like That There“ lassen die drei verschiedenste Inspirationen hinein und covern sie, und fügen eigene neue Songs hinzu. Und sofort ist beim Hören wieder diese Yo-La-Tengo-Stimmung da, eine behutsame Verzaubertheit. Sei es nun bei den Coversongs wie der großartigen Version von „I’m So Lonesome I Could Cry“ von Hank Williams, „Friday I’m In Love“ von The Cure oder dem schönen neuen „Rickety“. Ein spätes Highlight der Platte ist das Remake des großartigen eigenen Songs „Deeper Into Movies“. Im Original eine mitreißende Rocknummer, so zeigt sich in dieser Akustikversion dieselbe Eindringlichkeit, allerdings mit anderen Mitteln.

Der Song zeigt exemplarisch, wie sehr Yo La Tengo für dieses ihnen eigene Gefühl stehen und es mit nahezu jedem Mittel zu erzeugen wissen. Ob laut, ob leise, es ist immer völlig klar, wer dahintersteht, und welche Emotion damit ungefähr erzeugt wird. Auch „Stuff Like That There“ ist sowas von Yo La Tengo, weil es vor allen anderen Attributen vor allem eines ist: ziemlich schön. Und wenn man diesen Satz über eine Band nach über dreißig Jahren schreiben kann, dann ist sie eben etwas ganz Besonderes, und man muss sie sonst eigentlich auch nicht mehr groß erklären. Wie schön, dass sie mit uns ihren dreißigsten Geburtstag so feiern. Mögen noch viele Jahre dazukommen.

Daniel Waldhuber

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