Rezension

Yaeji

What We Drew


Highlights: When I Grow Up // Money Can’t Buy // Waking Up Down
Genre: House // Electro
Sounds Like: Smerz // Kelly Lee Owens // Jamie XX

VÖ: 02.04.2020

„Oh yeah hey dog, hey what’s up” – fragte Yaeji in ihrem bislang größten Hit „Raingurl“. Ebenso abgeklärt cool wie die sympathisch zurückhaltende Künstlerin selbst erwischten einen auch ihre bisherigen Songs ziemlich unvermittelt – allesamt Tracks, die sich für die gehobene Partyplaylist qualifizierten.

Yaejis Fame fußt zumindest teilweise auch auf ihrer Vita, die sie in spannende Songs zu packen versteht, wie etwa die neue Single „Waking Up Down“. Sie ist ein Kind der Megametropole New York, zog mit fünf Jahren in die Heimat ihrer Eltern Südkorea, wo sie ihre Liebe zu K-Pop und Mangas entwickelte, und kehrte schließlich als Kunststudentin in die Staaten zurück. Hier begann sie bei Hausparties mit dem Auflegen und gilt jetzt schon seit Jahren als „ganz heißer Tipp“. Dennoch dauerte es bis jetzt, ehe nun ihr erster Langspieler mit „What We Drew“ – ihr Label XL Recordings nennt es noch vorsichtig „Mixtape“ – erscheint.

Die Platte vereint klanglich weiterhin das, was die Musikerin so auszeichnet, einen irgendwie einzigartigen House-Sound auf simplen 808-Kickdrums, der ebenso nach hippem Untergrund wie auch durch seine koreanischen Einflüsse weltgewandt klingt. Nicht alle Tracks erreichen jedoch die Coolness ihrer EPs. „What We Drew“ wirkt an mancher Stelle, als habe sich Yaeji den einen oder anderen Gedanken zu viel gemacht, anstatt die Dinge einfach laufen zu lassen. In „Waking Up A Down“ singt sie treffend „I got making a list and checking down“. So wirken Tracks wie „My Imagination“ oder „In The Mirror“, die weit ausholen und mit sphärischen Klängen spielen, die die Künstlerin nicht ganz für sich nutzen kann, als habe sie sich etwas viel vorgenommen. Das kann sie eigentlich besser. Warten wir auf’s nächste „Mixtape“.

Jonatan Biskamp

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Video zu "Waking Up Down"

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