Rezension

White Denim

Corsicana Lemonade


Highlights: At Night in Dreams // Distant Relative Salute // Cheer Up / Blues Ending
Genre: Southern Rock // Jazzrock
Sounds Like: The Black Keys // Queens Of The Stone Age // Here We Go Magic

VÖ: 25.10.2013

Zwei Jahre, nachdem White Denim das von der Rezensentenschaft frenetisch bejubelte Album „D“ veröffentlichten, scheint es nun, als hätte die Band, zumindest vorerst, mit dem Garagenrock ihrer früheren Alben abgeschlossen. Ihr neues Werk „Corsicana Lemonade“ zeigt sich melodiebetonter und zugleich abwechslungsreicher als alles, was man bisher von der Band aus Austin, Texas, zu hören bekam. Das geht jedoch leider ein wenig auf Kosten der Direktheit. Die ungeschliffene Ästhetik von Songs wie „Let's Talk About It“ oder „I Start To Run“ scheint passé. Doch wo es bisher die Qualität von White Denim war, den HörerInnen ohne Umschweife ordentlich auf die Zwölf zu geben, zeigen sie sich nun auf „Corsicana Lemonade“ von einer etwas groovigeren Seite.

Ein wichtiger Impuls für diese Entwicklung dürfte die Zusammenarbeit mit Jeff Tweedy von Wilco gewesen sein. Als dieser die Band, nachdem sie Anfang 2012 gemeinsam mit Wilco auf Tour waren, in sein Studio in Chicago einlud, hielt diese es zunächst nur für einen Witz. Im März diesen Jahres fanden sich James Petralli, Austin Jenkins, Steve Terebecki und Joshua Block dann jedoch wirklich im Studio des Großmeisters ein, um mit ihm einige Songs aufzunehmen. Letztendlich entstanden aus diesen Sessions lediglich zwei Songs, die es auf das Album geschafft haben: „Distant Relative Salute“und „A Place To Start“. Allerdings ergriff die Band die Gelegenheit, sich an den Unmengen an Instrumenten, die ihr in Chicago zur Verfügung standen, auszutoben, wie Sänger und Gitarrist Petralli beschreibt: „That studio is basically a museum; they have pretty much any instrument you could think of, so we just threw everything at it.“ Außerdem legte Tweedy großen Wert darauf, dass die Band im Studio live spielt. Diese Live-Aufnahmen tragen ihren Teil dazu bei, die Energie der Konzerte auch im Studio einzufangen.

Insbesondere das abschließende sehr smoothe „A Place to Start“ grooved schon so sehr, dass man fast eher an Erlend Oye oder Prince denkt als an den Sound des texanischen Ödlands. Allerdings bildet es auch einen deutlichen Kontrast zu den anderen Songs des Albums. Mit „Corsicana Lemonade“ erfinden sich White Denim also nicht komplett neu, jedoch ist schon eine gewisse Entwicklung in Richtung von mehr Eingängigkeit zu bemerken. Wer White Denim bisher liebte, wird dies also auch weiterhin tun. Und die Vorzeichen stehen gut, dass da noch einige Fans dazukommen.

Christoph Herzog

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