Rezension

Tiny Moving Parts

Swell


Highlights: Applause // Caution // Warm Hand Splash
Genre: Math-Emo-Pop-Rock
Sounds Like: Modern Baseball // The Fall Of Troy // Blink 182

VÖ: 26.01.2018

Männerfreundschaften sind doch das geilste. Hin und wieder auch mit 38 noch wie mit 18 abends ein oder neun Bierchen knacken, Mario Kart zocken und der erste, der einpennt, darf sich am nächsten Morgen die Edding-Penisse aus dem Gesicht schrubben. Ziemlich egal, wenn sich Verlauf und Ergebnis solcher Zusammentreffen nur unwesentlich unterscheiden, solang's Spaß macht. Warum sollte man dann mehr erwarten, wenn Tiny Moving Parts ein neues Album herausbringen?

Eigentlich schwer zu glauben, dass die wohl erste Band, die jemals sowohl "Emo", "Math" als auch "Pop" gemeinsam an die Genre-Bezeichnung "Rock" getackert hat, kein Konglomerat von Musikhochschul-Absolventen, sondern im Herzen eine Bande von Cousins ist, die das Touren als zusätzliche Methode erkannt hat, miteinander abzuhängen und einfach nur eine Menge Spaß an dem hat, was sie tut. Davon zeugt "Swell" dann auch mehr als frühere Alben – doch da auch Freude und gute Laune, deren Findung hier oft fokussiert wird, Emotionen sind, lassen wir das "Emo"-Präfix ruhig weiterhin stehen.

Ansonsten bewegen sich die Änderungen zu beispielsweise dem hervorragenden Vorgänger "Celebrate" jedoch im Bereich von Nuancen: Wo das Album mit unaufdringlichem Synthesizer-Einsatz auf "Applause" beginnt, versinkt das abschlie?ende "Warm Hand Splash" in einem Bläser-Outro, das auch einer Postrock-Band gut zu Gesicht gestanden hätte. Darüber hinaus unterscheidet sich "Swell" vorrangig dadurch von den früheren Werken des Trios aus Minnesota, dass es die Warped-Tour-Gänger unter den Fans deutlich stärker als die takt-ausrechnenden Mathrock-Nerds bedient – doch selbst für die sollte "Swell" bereits jetzt wieder einmal ein Jahreshighlight darstellen.

Jan Martens

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Video zu "Caution"
Video zu "Applause"

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