Rezension

Tinariwen

Emmaar


Highlights: -
Genre: Wüstenblues
Sounds Like: Robert Plant // Manu Chao // Santana

VÖ: 07.02.2014

Die Wüste ist karg, monoton, öde. Viel Leben findet sich nicht, vieles spielt sich im Versteckten ab. Ein wenig trifft dies auch den Sound der Tinariwen, einer seit den 80ern bestehenden Band aus Tuareg, welche ein Nomadenleben in der Wüste führt. Seit etwas mehr als zehn Jahren kann man den Sound dieser Band nun auch außerhalb Nordafrikas hören, da 2002 begonnen wurde, die Musik der in wechselnder Besetzung auftretenden Combo aufzunehmen. Tinariwen tragen zwar den klassischen volkstümlichen Sound der Tuareg, nehmen ihn aber mit Gitarren und E-Bass auf, was wiederum untypisch ist.

Wie üblich dürften auch nur die wenigsten verstehen, worüber Tinariwen auf ihrem mittlerweile sechsten Album singen, denn der Gesang ist in der Sprache Tamaschek gehalten. Dies ist aber kein Nachteil, da die Klangfarbe dieser Sprache sich wunderbar in den mantraartigen Sound der Band einpasst. „Emmaar“ enthält zwar nichts, was jemand, dem die Band schon ein Begriff war, nicht schon gehört hätte, die äußerlichen Rahmenbedingungen haben sich jedoch geändert. Nahmen Tinariwen ihre bisherigen Alben vor Ort auf, mussten sie dieses Mal für die Aufnahmen aufgrund politischer Instabilitäten ins Ausland, genauer die USA reisen. Auch dort richtete man sich in einer kargen Wüstenlandschaft ein.

Diese Reise führte auch zu einer Reihe von Gastmusikern, die auf „Emmaar“ vertreten sind, wie Josh Klinghoffer (Red Hot Chili Peppers), Matt Sweeney (Chavez) oder Saul Williams, die jedoch eine so untergeordnete Rolle spielen, dass ihr Auftritt unbemerkt bleibt. Was bleibt, ist ein Album, das schwer mit gewohnt westlichem Musikkonsum vergleichbar ist, jedoch einen sehr angenehmen, entspannten Hörgenuss bietet, um in die Welt von Tinariwen abzuschweifen.

Klaus Porst

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