Rezension

The Soft Pack

The Soft Pack


Highlights: C´Mon // Answer To Yourself // Move Along // Flammable
Genre: Indie Rock // Garage Rock
Sounds Like: The Strokes // Black Lips // King Khan & The BBQ Show // The Cribs

VÖ: 19.02.2010

Sich "The Muslims" zu nennen, zeugt schon von Mut. Aber auch von kindlicher Blauäugigkeit. Zum Glück sind die Jungs von The Soft Pack mittlerweile erwachsener geworden und haben sich einen ansprechenderen Bandnamen ausgesucht. Wäre auch zu schade gewesen, wenn ein kontroverser Name von der Musik abgelenkt hätte. Die ist nämlich zwar nicht neu und man könnte sogar glauben, The Soft Pack kommen mit ihrem Mix aus Indie- und Garagen-Rock mindestens fünf Jahre zu spät, aber was das Quartett aus San Diego mit ihrem Debütalbum abliefert, macht tatsächlich auch noch in der neuen Dekade einigen Spaß.

Die Referenzen sind natürlich schon nach den ersten Tönen ganz offensichtlich. So lässig-schludrig tönt sonst nur Julian Casablancas ins Mikrofon und auch der Rest der Band klingt wie eine ungewaschene Version von The Strokes. Wenn das Tempo etwas angezogen wird, klingen auch immer wieder Krachkapellen wie Black Lips oder King Khan und seine BBQ Show durch. Dennoch beanspruchen The Soft Pack einen gewissen Wiedererkennungswert für sich und so viele Ohrwürmer auf ein Album zu packen, kommt eben auch nicht einfach so zustande.

Schon der Einstieg mit dem kompromisslos dahingerotzten „C´Mon“ hat einen Mitsingrefrain an Bord, den man sich demnächst auf den meisten Indiedancefloors wahrscheinlich schon bald wieder wegwünscht. „Down On Loving“ knüpft da nahtlos an und das darauf folgende „Answer To Yourself“ fräst sich mit seiner tollen Melodie ebenso unaufhaltsam ins Innenohr wie der Parforce-Ritt „Move Along“ oder das sich selbst zu überholen scheinende „Flammable“.

Die Songlängen von 2-3 Minuten sind dabei genau richtig, denn wenn The Soft Pack mal etwas länger machen, zeigt sich schnell, dass ihnen (noch) das Händchen fehlt, Songs über einen größeren Zeitraum interessant zu gestalten. So geht „Pull Out“ mit dem immer wiederkehrenden Strophe/Refrain-Muster schnell auf die Nerven und halbgare Ausflüge in 60s Rockgefilde („Parasites“) und psychedelischen Surfsound („Mexico“) müssen wirklich nicht sein. Ob der Rest der Songs noch über den Sommer hinweg relevant bleibt, kann man zwar zurecht anzweifeln, aber die meisten Alben anderer Künstler schaffen ja nicht einmal das.

Benjamin Köhler

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