Rezension

The Smashing Pumpkins

Monuments To An Elegy


Highlights: Drum + Fife // Anaise! // Being Beige
Genre: Rock
Sounds Like: Billy Corgan // Zwan // Placebo // Bloc Party // Foo Fighters

VÖ: 05.12.2014

In den 1990er Jahren galten die Smashing Pumpkins als eine der besten Bands der alternativen Rockmusik. Alben wie „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ und „Adore“ sind auch heute noch Meilensteine. Es folgten Trennung, Soloalben, Wiedervereinigung und neue Alben unter dem alten Namen, ehe es abermals krachte. Seitdem ist von der Urbesetzung nur noch Billy Corgan übrig. Statt neuer Soloalben veröffentlicht er nun allerdings weiter unter dem bekannten Namen – einiger neuer Mitstreiter sei Dank – und wohl auch, weil sich zu viele Leute an sein unterirdisches Soloalbum erinnern. Und siehe da, es funktioniert. Die namentliche Trennung scheint Qualitätsmerkmal zu sein, denn „Monuments To An Elegy“ ist ein ziemlich gutes Album geworden.

„Being Beige“ und „One And All“ hätten auch in den 1990ern zur Band gepasst und klingen dennoch zeitlos. Gut gemachter Rock in dreieinhalb Minuten. Die experimentelle Phase von „Zeitgeist“ hat Corgan etwas hinter sich gelassen beziehungsweise steht sie noch bevor: „Monuments To An Elegy” ist der Mittelteil eines Projektes aus mehreren Alben, die sich lose mit dem Thema Tarot befassen. Das 2015 erscheinende „Day For Night“ soll wieder experimenteller werden. Obwohl die Band immer noch nach früher klingt, versucht man sich an neuen Wegen. Einer davon ist der, mehr auf elektronische Klänge zu setzen. „Run 2 Me“ ist eine dieser Neuschöpfungen und wohl der kontroverseste Song der Bandgeschichte, denn der Song ist ziemlich stumpfer Baller-Elektro für den Jahrmarkt. „Drum + Fife“ danach allerdings ist schon wegen des herrlichen Flötenintros und des Ohrwurmrefrains das Highlight des Albums, weswegen man sich von dem Schreck schnell erholen kann.

„Run 2 Me“ mal ausgenommen überzeugt „Monuments To An Elegy“ aber auf ganzer Ebene und zeigt, dass Billy Corgan immer noch gute Songs schreiben kann. Einzig die Länge des Albums könnte besser arrangiert sein. Neun Stücke in 32 Minuten ist wenig angesichts dessen, was die Smashing Pumpkins früher vollbracht haben.

Klaus Porst

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