Rezension

The More Assured

I Do Not Want A Free London Life


Highlights: -
Genre: Indie-Rock
Sounds Like: The View // The Rifles // Maximo Park // Arctic Monkeys

VÖ: 25.06.2010

Ok, tun wir mal so, als hätten wir wieder 2005 und Indie-Rock aus England würde noch irgendwen interessieren. Dann, aber nur dann könnte man das Debüt (!)-Album von The More Assured richtig gut finden. Auf „I Do Not Want A Free London Life“ gibt es zwar keinen Indie-Ballermann als Stangenware, aber auch das macht die Sache nicht unbedingt interessanter, denn dann hätte man zumindest noch ein paar Hits rauspressen können, die einen oder vielleicht zwei Sommer lang überleben würden.

Stattdessen sind die meisten Stücke des Albums einfach nur dermaßen belanglos, dass man sich nach drei Songs schon nicht mehr daran erinnern kann, wie der erste geklungen hat. The More Assured bewegen sich im Fahrwasser von Bands wie Maximo Park, Arctic Monkeys, The View, The Rifles etc. etc. etc., schlagen aber nicht einmal ansatzweise so hohe Wellen wie die Genannten und selbst diese Bands müssen heute ja schon darum kämpfen, überhaupt noch wahrgenommen zu werden.

Um es auf den Punkt zu bringen: The More Assured sind dermaßen zu spät, dass sie fast schon wieder auf einer Revival-Welle mitschwimmen könnten, aber darauf muss die Band wohl trotzdem noch ein paar Jährchen warten. Solange bleibt das Gefühl, dass Angeblich-Hits wie „All In Your Head“ einfach schon zig tausend Mal aufgenommen wurden und das auch noch in besserer Qualität.

Warum The More Assured auf Teufel komm raus in die ausgelatschten Indie-Rock-Pfade treten müssen und nicht ihren zweifellos vorhandenen Hang zum Pop stärker ausleben, bleibt ihr Geheimnis. Gerade jetzt, wo sich Voxtrot aufgelöst haben, hätte den Londonern sogar ein gutes Karriere-Sprungbrett parat gestanden. So ereilt The More Assured aber das Schicksal eines jeden Letzten beim Zieldurchlauf: Beifall gibt es, aber nur aus Mitleid.

Benjamin Köhler

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