Rezension

The Front Bottoms

In Sickness & In Flames


Highlights: Montgomery Forever // Fairbanks, Alaska // Camouflage
Genre: Emo // Alternative-Rock // Folk-Punk
Sounds Like: Moose Blood // The Hotelier // La Dispute

VÖ: 21.08.2020

Die US-Amerikaner von The Front Bottoms haben in Deutschland bisher nur eine kleine, aber sehr treue Anhängerschaft. Dass sich diese vergrößert, ist aufgrund des musikalischen Talents des Duos eigentlich nur eine Frage der Zeit. Ihr bereits siebtes Studioalbum „In Sickness & In Flames“ dürfte den Prozess beschleunigen. Den beiden aus New Jersey stammenden Emo-Punkern ist nämlich ein erstaunlich vielseitiges Album gelungen.

The Front Bottoms gibt es bereits seit 2007 und von Anfang an dabei sind Sänger und Gitarrist Brian Sella und Matthew Uychich an den Drums. Nachdem sie bis 2017 ein Trio waren, entschlossen sich Sella und Uychich nach mehreren wechseln auf der dritten Position ihr Ding alleine durchzuziehen. So gesehen ist „In Sickness & In Flames“ ihr Debüt als Duo.

Der neue Tonträger kommt wesentlich rockiger, düsterer und dreckiger daher, als der 2017er Vorgänger „Going Grey“. Dazu gibt die Band zu Protokoll: „Wir hoffen, dass die Anspannung rüberkommt. Wir sind durch all diese unglaublichen Umbrüche gegangen und dann sind die ganzen verrückten Dinge auf der Welt passiert. Wenn man irgendetwas daraus mitnimmt, dann, dass Kreativität im Grunde jedes Problem lösen kann und uns retten wird.“

Dennoch versprüht das Album einen erstaunlichen „Healing-Vibe“, der vor allem durch die zum Teil fröhlichen Gitarrenriffs kommt, die in starker Ambivalenz zu der gerade in ruhigen Passagen tief-traurigen Stimme von Sella stehen. In diesen erinnert das ganze stark an Bands wie La Dispute oder Touché Amoré. Dem Duo gelingt es aber auch, starke Mitsingrefrains wie zum Beispiel in „Montgomery Forever“ zu schreiben.

Textlich feiern The Front Bottoms auf „In Sickness & In Flames“ das Leben und die oftmals auch reinigende Kraft der Angst wie zum Beispiel bei „The Hard Way“. Auf „Fairbanks, Alaska“ huldigen sie musikalisch den nordwestlich von Kanada gelegenen Bundesstaat und seine beeindruckende Natur, in die sie sich auf ihrer Tour 2015 verliebten.

Für Fans von emotionalem Punk, bei dem man trotzdem mitsingen kann, ist „In Sickness & In Flames“ vorbehaltlos zu empfehlen. Die beiden US-Amerikaner schaffen es über 52 Minuten zu unterhalten und entlassen einen in dieser verrückten Welt, mit dem Gedanken, dass das Glas vielleicht doch noch halb voll ist.

Christian Bensch

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Video zu "Fairbanks, Alaska"

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