Rezension

The Duke Spirit

Bruiser


Highlights: Cherry Tree // Procession
Genre: Poprock
Sounds Like: The Drones // Garbage // Melissa Auf der Maur // The Black Keys

VÖ: 23.09.2011


Ob das gutgehen kann? „Bruiser“ heißt das neueste, dritte Werk der Londoner Band The Duke Spirit. Von Personen, die man als „Bruiser“ bezeichnen würde, war ja in den letzten Monaten oft zu lesen, und was man da las, ließ eher vermuten, diesen nicht unbedingt über den Weg laufen zu wollen. Warum? „Bruiser“ steht laut Wörterbuch für „Rabauke“ oder „Schlägertyp“. Nun, eine bessere Kauf“empfehlung“ kann es doch gar nicht geben als eine gefühlte Keule im Nacken, oder? ODER?

Zunächst einmal schafft es „Bruiser“ sogar, ohne schlagende Argumente zu überzeugen. Neu und innovativ mögen Tracks wie „Cherry Tree“ oder „Procession“ nicht sein, rocken jedoch ganz ordentlich. Der Hörer bekommt bei The Duke Spirit schnörkellosen Rock, der dank der Stimme von Leila Moss irgendwo zwischen Garbage, The Drones und den Black Keys einzuordnen ist. Dabei zeigt sich Moss durchaus variantenreich. Zwischen breitbeinigen Ansagen und verruchten Andeutungen bewegt sich ihre Stimmfarbe. „Villain“ gibt die Quotenballade, die Klavierparts beinhaltet und Cat Power nahesteht.

Leider war es das auch schon, was empfehlens- und berichtenswert ist. „Bruiser“ ist im weiteren Verlauf der Platte eine eher platte Ansammlung glattgebügelter Poprocksongs, denen das Seelenleben fehlt. Songs wie „Bodies“ oder „Surrender“ sind wie geeignet fürs Autoradio: untermalen eine Fahrt, sorgen nicht für Anstrengung oder Aggression, sind dafür aber beim aussteigen schon längst wieder vergessen. Man muss es leider so hart sagen: „Bruiser“ klingt wie ein lauer Aufguss bereits dagewesener Rocksongs, selbst das Element Frontfrau sorgt nicht einmal für Abwechslung.

Klaus Porst

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