Rezension

The Deep Dark Woods

Jubilee


Highlights: Miles And Miles // 18th Of December // The Same Thing
Genre: Alternative Country // Americana
Sounds Like: Neil Young // Dawes // Middle Brother // Dr. Dog // Delta Spirit

VÖ: 24.01.2014

Während Jahr für Jahr neuen Newcomern der große Durchbruch prophezeit wird und neue musikalische Trends vorhergesagt und generiert werden, gibt es da immer noch Bands wie The Deep Dark Woods, die das alles herzlich wenig interessiert. Die fünfköpfige Band aus der kanadischen Stadt Saskatoon hat mit „Jubilee“ ein neues Album aufgenommen – mittlerweile ihr fünftes –, und es ist nicht gerade eine Überraschung, was man darauf zu hören bekommt. Das hat aber wohl auch keiner erwartet und wollen wird das auch niemand so wirklich, der die Band für das, was sie in den letzten Jahren geleistet hat, zu schätzen gelernt hat. Dieser warme Alternative-Country-Sound, den The Deep Dark Woods über die Jahre perfektioniert haben, ist das Markenzeichen dieser Band, und es gibt momentan wohl keinen, der ihnen da etwas vormachen könnte.

„Jubilee“ gibt einem das Gefühl, direkt wieder an dem Ort zu sein, an dem sie einen vor drei Jahren mit „The Place I Left Behind“ zurückgelassen haben. Auch wenn der Opener „Miles And Miles“ mit seinem Falsettgesang, den man so bisher noch nicht von den Kanadiern gehört hat, direkt Reminiszenzen an den großen Neil Young heraufbeschwört, pendelt sich dann doch alles rasch in altbekannten Gefilden ein. Balladen und Uptempo-Nummern gehen hier wie immer Hand in Hand. „8th Of December“ und „Red, Red Rose“, in denen sich die Band begeistert immer weiter steigert und sich sehr beherrschen muss, dass nicht alles in eine nicht enden wollende Jamsession ausartet, werden abgelöst von ruhigeren Stücken wie „Pictures On My Wall“ oder „Gonna Have A Jubilee“, in denen auf der Basis eines weichen Orgelteppichs vor allem der Gesang im Vordergrund steht. So mäandern The Deep Dark Woods durch ihr neues Album und verlieren sich zum Ende hin ein wenig in ihren nachdenklichen Stücken, bevor sich schließlich noch einmal alle im psychedelisch angehauchten Zehnminüter „The Same Thing“ aufraffen und „Jubilee“ einen würdigen Abschluss bescheren.

Auch wenn diesem Album die großen Hits wie „All The Money I Had Is Gone“ oder „Two Time Loser“ zu fehlen scheinen, schmälert dies kaum den positiven Gesamteindruck, den „Jubilee“ hinterlässt. The Deep Dark Woods waren ohnehin schon immer eine Band für Albumhörer, die sich gerne ein bisschen mehr Zeit für die Musik nehmen. Und wie auch bei den Vorgängern gilt für „Jubilee“: Wer hier die Zeit investiert, bekommt eine ganze Menge zurück.

Kilian Braungart

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