Rezension

The Dandy Warhols

Why You So Crazy


Highlights: Be Alright // Thee Elegant Bum // Motor City Steel
Genre: Indiepop
Sounds Like: The Raconteurs // Eels // I'm From Barcelona

VÖ: 25.01.2019

Zum 25. Bandjubiläum lassen Courtney Taylor-Taylor, Zia McCabe, Peter Holmström und Brent De Boer die eher unspektakulären letzten Alben hinter sich und haben offensichtlich wieder eine Menge Spaß.

“Why You So Crazy” trägt den Wahnsinn schon im Namen und nichts könnte treffender sein: Das Album ist eine vertonte Packung Jelly Beans, vollgestopft mit den verschiedensten Geschmäckern. Sicherlich passt hier vieles augenscheinlich nicht zusammen und das eine oder andere ist eher unspektakulär. Dennoch gab es schon lange kein Dandy-Warholes-Album mit solch einer klanglichen Bandbreite und noch wichtiger: starken Einzelsongs. Das Intro namens “Fred And Ginger” könnte aus den Zwanzigern stammen, das folgende “Terraform” würde gut auf einen Dune-Soundtrack passen und ist noch das gelungenste von mehreren futuristisch angehauchten Songs. Spannender ist der gut gelaunte Rockabilly-Stampfer “Highlife” mit Vocals von Zia. “Be Alright” verdient sich einen Platz in der Topliste der Dandies, mit treibenden Piano- und Synthieklängen und einem Courtney Taylor-Taylor in Höchstform. “Thee Elegant Bum” ist irgendwo zwischen einem Fiebertraum und einem Drogenrausch mit starken Prince-Anleihen anzusiedeln. “Small Town Girls” und die Vorab-Single “Motor City Steel” bestechen durch banale, aber eingängige Refrains, wobei zweiterer einen deutlich höheren Unterhaltungswert hat. Das abschließende “Ondine” ist ein über sechs Minuten langes Pianoinstrumentalstück in Moll mit einem Hauch Kakofonie.

 In “Why You So Crazy” toben sich The Dandy Warholes endlich wieder so richtig aus. Dass dabei nicht alles gelingt, ist nebensächlich, wenn sich die treue und wohl kaum noch wachsende Fangemeinde für kommende Konzerte auf die unerwarteten neuen Hits freuen kann.

Marcel Eike

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Video zu "Motor City Steel"

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