Rezension

The Blaze

Dancehall


Highlights: Runaway // Queens // Breath
Genre: Elektro // TripHop
Sounds Like: Moderat // David August // John Talabot // Simian Mobile Disco

VÖ: 07.09.2018

The Blaze sind die beiden Franzosen Guillaume und Jonathan Alric und gemeinsam produzieren sie „Dancehall“. Was gemeinhin als Musikrichtung verstanden wird, ist hier der Titel ihres Debüts und wirkt auf den ersten Hörkontakt unpassend, auf den zweiten jedoch ziemlich treffend. Mit dem jamaikanisch angehauchten Genre als solchem haben die beiden Elektrobastler instrumentell wenig gemeinsam, der Gesang auf dem Album jedoch ist in Patois gehalten und so ist The Blaze ein spannendes, weil markantes Experiment. Man nehme angesagten, club- und festivaltauglichen Elektro der Marke Moderat, John Talabot, Simian Mobile Disco und versetze ihn mit einem belebenden Element. Dazu gesellen sich kurzfilmartige Videos zu den einzelnen Stücken, die sehr viel Spielraum für Interpretationen geben.

Klar ist auch, dass das nicht jedem gefällt. Der recht tiefe, spezielle Gesang mag nicht in allen Ohren wohlklingen, wer sich jedoch darauf einlässt, den erwarten so einige tanzbare Hits. „Runaway“ beispielsweise, in dem der Vergleich zu Moderat am passendsten ist, wabert mit einem unglaublichen Groove voran und lädt ein, das Limit so mancher Anlagen zu testen. Dass „Dancehall“ ziemlich am Zahn der Zeit produziert ist, zeigen die Reaktionen auf dieses Debüt. Obwohl das Album erst kürzlich in den Regalen erschien, sind die Hallengrößen der kommenden Tour beachtlich.

Neben der Hittauglichkeit von „Runaway“, „Queens“ oder „Breath“ sind es vor allem die durchgehende Qualität und Homogenität von „Dancehall“, die dieses Album zu einem sehr guten Sommertrip werden lassen, den man von vorn bis hinten tanzend begleiten kann.

Klaus Porst

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"Queens"

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"Heaven"

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