Rezension
The Band Of Heathens
One Foot In The Ether
Highlights: Say // Golden Calf // Somebody Tell The Truth
Genre: Americana // Country // Blues // Folk
Sounds Like: Drive-By Truckers // The Band // Felice Brothers
VÖ: 18.09.2009
Vor drei Jahren traten an einem Abend die Singer-Songwriter Ed Jurdi, Gordy Quist und Colin Brooks hintereinander in einem kleinen Club in Austin, Texas auf. Was die drei Herren da voneinander hörten, schien ihnen so gut zu gefallen, dass sie sich spontan dazu entschlossen, gemeinsam Musik zu machen, womit der Grundstein für „The Band Of Heathens“ gelegt war. Interessant ist die Entstehungsgeschichte der Band auch deshalb, weil sie erklärt, warum das Zweitwerk „One Foot In The Ether“ für eine so frische Band überraschend reif und souverän daherkommt. Alle drei brachten langjährige musikalische Erfahrung in die Band ein, und auch der Ruf einer hervorragenden Live-Band, der The Band Of Heathens vorauseilt, mag sicherlich darin begründet liegen.
„One Foot Of The Ether“ ist musikalisch und auch textlich so altertümlich geraten, wie man es sich nur vorstellen kann. Dass es dennoch richtig Spaß macht, sich Song für Song durch das Album zu hören, ist nicht zuletzt den durchweg hervorragenden Vocals zu verdanken. Schon der kraftvolle Refrain des das Album eröffnenden „L.A. County Blues“ macht dies deutlich. Das geradlinige und fast schon poppige „Say“ kann mit besonders schönen Harmonien aufwarten, wohingegen das staubige „Golden Calf“ mit seinem dreckig übersteuerten Gesang und der Silde-Gitarre zu den weniger glatten Songs des Albums zählt. „You’re Gonna Miss Me“ gewinnt vor allem durch die funkige E-Gitarre und das verspielte Klavier und das lässig groovende „Somebody Tell The Truth“ weiß durch den hier etwas rauheren Gesang zu überzeugen. Ansonsten ist das zweite Album der Band Of Heathens eine recht unspektakuläre Angelegenheit geworden. Ausfälle findet man allerdings keine – dafür sind Ed Jurdi, Gordy Quist und Colin Brooks zu erfahrene Musiker. Wenn man jedoch nichts riskiert, kann auch nicht viel schiefgehen, und so lässt einen das Album doch etwas zwiegespalten zurück.
Auf „One Foot In The Ether“ machen The Band Of Heathens absolut nichts Neues, das man so noch nie gehört hätte, aber was sie machen, machen sie gut. Die Songs haben durchgehend starke Melodien, werden spielfreudig und leidenschaftlich vorgetragen und lassen keine Langeweile aufkommen. Fehlt nur noch der Mut zu mehr Eigenständigkeit, und schon steht dem großen Wurf eigentlich nichts mehr im Wege. Das Potenzial dazu haben sie allemal.
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