Rezension

Tesa

Ghost


Highlights: G // O // T
Genre: Post-Rock // Post-Metal
Sounds Like: Sannhet // Isis // Rosetta

VÖ: 19.08.2016

Für Connaisseure des Post-Rock-Genres dürfte diese Veröffentlichung nicht ganz neu sein, denn Tesa aus Lettland vertreiben ihr Album „Ghost“ bereits seit 2014. Die Kraft des Werkes reichte auch noch außerhalb des Baltikum aus, hohe Wellen zu schlagen, und so entschloss sich schließlich Musiker und Produzent James Plotkin – ein bunter Hund der Szene, der auch schon mit Sunn O))), Isis oder Pelikan zusammenarbeitete – der Platte ein komplett neues Mastering zu verpassen.

„G“, „H“, „O“, „S“ und „T“ lauten die Titel, die fünf jeweils eigene Songs darstellen sollen, die Platte jedoch nur unzureichend bis willkürlich zu kartieren vermögen. Hierin liegt gleichzeitig das Erkennungsmerkmal der Letten: „GHOST“ ist quasi unteilbar. Grenzen zu ziehen, macht keinen Sinn, denn man weiß nie, was in den nächsten zwei Minuten noch passiert. Die Band aus Riga reiht Skizzen aneinander und ständig schlägt die Windrichtung um. Der raue Wellengang, den sie dadurch erzeugen, ist unberechenbar.

Für eine lettische Genre-Revolution liefern die drei mit Bass, Gitarre und Drums klassisch bewaffneten Herren zu wenig Innovatives, dennoch passt hier einiges hervorragend zusammen. Ein schwerfälliger Gitarrensound entfaltet sich über einem dunkel-rollenden Bass-Klangteppich. Aus der Ferne anklingendes Geschrei setzt mancherorts Akzente und verhilft dem Opener „G“ als zusätzliches Organ zu seiner letztmöglichen Steigerung. Die Gitarren des im Mittelpunkt stehenden, äußerst dicht arrangierten „O“ hallen als Echo noch im abschließenden „T“ nach, wenn sich die Band in Ambient-Strukturen verliert. Selbst für eine Post-Rock-Band klingen Tesa viel zu düster, dennoch und gerade deshalb ist „Ghost“ ein gelungenes, weil gekonnt trocken zusammengezimmertes Klangwerk geworden.

Jonatan Biskamp

Hören


Das Album "Ghost" im Stream

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.