Rezension

Stealing Sheep

Into The Diamond Sun


Highlights: The Garden // Shut Eye // Genevieve
Genre: Folkpop
Sounds Like: Warpaint // Emiliana Torrini // Cat Power

VÖ: 17.08.2012

Die Sprichwörter sind bekannt: um zusammen Pferde oder Schafe zu stehlen, braucht man ein besonderes Vertrauensverhältnis, denn wenn man erwischt wird, dann war es das mit den eigenen Hufen und auch generell der Fortbewegung in dieser Welt. Insofern gehen „Stealing Sheep“ ein symbolisch hohes Risiko ein und das Debüt „Into The Diamond Sun“ sollte ein ganz großer Wurf werden. Freundlich und naturverbunden geben sich die drei Damen, aus denen Stealing Sheep besteht, schon einmal. Ganz dem Folk-Hippie-Klischee entsprechend sieht man das Trio mit Haarbändern, selbst gestrickt wirkenden Pullovern und bunten Kleidern posieren.

Musikalisch übt man sich in mehrstimmigen Folksongs, die natürlich immer einen gewissen Popappeal mitbringen. Um das Ganze nicht zu seicht werden zu lassen, sorgt der instrumentale Teil der Songs für die eine oder andere rauhe Seite. Der Opener „The Garden“ wirkt wie eine fröhliche Sixtiesballade, die durch Gitarrensoli im Stile Warpaints dem Indiepublikum schmackhaft gemacht wird. Songs wie „Genevieve“ sind so ohrwurmhaft gestrickt, dass schon ein erstes Hören für Mitschnippen sorgt. Obgleich in der Welt von Stealing Sheep vieles in Ordnung zu sein scheint, hört man ab und zu auch nachdenkliche Klänge, etwa wie in „Circles“.

Ein wenig kann diese gewollte Positivität auf Dauer schon anstrengend sein, ein knappes Dutzend Songs voller hoch gesungener, hochfröhlicher doppelt und dreifacher Gesangsspuren ist fast zu viel des Guten. Gerade Stücke, die nicht durch eine ohrwurmfähige Melodie verfügen, nerven nach kurzer Zeit. So gesehen ist „Into The Diamond Sun“ ein zwiespältiges Album, das einerseits durch Leichtigkeit brilliert und auf der anderen Seite ein kleines bisschen mehr Ernsthaftigkeit vertragen könnte.

Klaus Porst

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