Rezension

Sigur Rós

Hvarf/Heim


Highlights: Hljómalind // Starálfur
Genre: Ambient // Post Rock
Sounds Like: Amiina // Múm // Under Byen

VÖ: 02.11.2007

Sigur Rós sind eine der wenigen Bands unserer Zeit, von denen auch noch in fünfzig Jahren zu sprechen sein wird. Wohl kaum jemand kann von sich behaupten, so eigenständig zu klingen und mit der eigenen Musik dermaßen starke Gefühlsregungen zu erzeugen. Sigur Rós wissen aber auch, wem sie diese einzigartigen Umstände zu verdanken haben. Ihrer Heimat: Island. Aus diesem Grund gibt es neben der ultimativen Huldigung in Form ihres fantastisch inszenierten Films „Heima“ als Bonus für die Ohren das Doppelpack „Hvarf/Heim“.

Bevor die Euphorie aber zu große Formen annimmt, sei noch mal erwähnt, dass es sich hierbei nicht um ein vollwertiges neues Studioalben der Isländer handelt. „Hvarf/Heim“ stellt vielmehr einen kleinen Leckerbissen für die inzwischen sehr große Anzahl an Fans dar. „Hvarf“ hat dabei neben zwei neuen Versionen von „Von“ und „Hafsól“ sogar neues Material in Form von drei Songs zu bieten, die vorher nur auf ganz wenigen Liveshows zu hören waren. „Salka“ erinnert ein wenig an reduziertesten Shoegaze, „Hljómalind“ ist ein weiterer dieser unvergleichlichen Sigur-Rós-Emotionsauslöser und „I Gær“ schlägt die lauteren Töne an, die auch schon auf „Takk…“ teilweise zu hören waren.

„Heim“ hingegen haben Sigur Rós eher für sich selbst geschrieben. Gegen Ende ihrer letzten Tour spielte die Band in einer Reihe von kleinen Clubs unangekündigte Konzerte im Akustikgewand. Dies gefiel ihnen so gut, dass sie kurzerhand sechs bekannte Songs nun in reinen Akustikversionen aufgenommen haben, von denen besonders „Ágætis Byrjun“ und das über allem stehende „Starálfur“ sehr gut gelungen sind.

Von diesen beiden Schmankerln angefixt, kann man nun gleich noch weniger auf ein neues vollwertiges Studioalbum warten. Was für ein großes Dilemma.

Benjamin Köhler

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