Rezension
She & Him
Volume 2
Highlights: Thieves // In The Sun // Don't Look Back // Over It Over Again
Genre: Pop // Folk // Country
Sounds Like: The Carter Family // Patience And Prudence // The Chiffons // The Shangri-Las // M. Ward // The Pipettes
VÖ: 02.04.2010
She & Him stehen für Einfachheit. Das beginnt schon beim Bandnamen: sie und er – sie, die Schauspielerin Zooey Deschanel und er, der Musiker Matt Ward. Dass es sich hier aber nicht um die x-te Version von „Schauspielerin lässt sich ein paar Songs schreiben und versucht sich als Möchtegern-Sängerin“ handelt, wurde schon mit „Volume One“, dem ersten Album der beiden, klargestellt. Bis auf die Coverversionen entstammten alle Songs nämlich Deschanels Feder. Ward beschränkte sich allein auf Instrumentierung, Produktion und die backing vocals. Auch musikalisch war Einfachheit die Devise, und das ist keineswegs negativ zu verstehen: So packende Popsongs bekam man nicht alle Tage zu hören. Auch auf ihrem zweiten Album – konsequenterweise „Volume Two“ betitelt – wurde die bewährte Rollenverteilung beibehalten. Und eines wird beim Hören des neuen Albums schnell klar: „Volume One“ war keineswegs ein Glückstreffer.
Zooey Deschanels Songs sind mehr als harmlose Feel-Good-Hits, ganz im Gegenteil. Auf „Volume Two“ zeigt sich dies vielleicht noch deutlicher als auf dem Vorgängeralbum. Wenn sie in „Thieves“ mehrfach die Worte „That won’t stop me crying over you“ singt und Ward das Ganze mit einem üppigen Streichersatz unterlegt, verliert der Song dennoch nicht seine Eleganz. Viele Songs auf „Volume Two“ besitzen einen gewissen Hang zur Melancholie, ohne dabei melodramatisch zu werden. Mit bittersüßer Leichtigkeit reihen sich die kurz gehaltenen Songs aneinander. Man mag es kaum glauben, doch „Volume Two“ ist frei von Ausfällen. Hier folgt Hit auf Hit und jeder Song gibt einem einen Ohrwurm mit auf den Weg. In „Don’t Look Back“ verarbeitet Deschanel den Mythos von Orpheus und Eurydike auf originelle Weise und auch hier gelingt es M. Ward wieder hervorragend, den Song so zu gestalten, dass er trotz üppiger Instrumentierung die Leichtigkeit beibehält, die schon die Songs des Vorgängers auszeichnete. „Over It Over Again“ gewinnt einen schon nach wenigen Sekunden mit seiner bezaubernden Melodie für sich, „Brandnew Shoes“ zeigt, dass Deschanels Songs auch ohne ein halbes Orchester im Rücken funktionieren und „Lingering Still“ klingt schon stark nach Schlager, weiß aber dennoch außerordentlich zu gefallen.
She & Him sind einfach ein unschlagbares Team: Deschanel glänzt durch gewitztes Songwriting und ihren angenehm natürlichen, aber zugleich unheimlich ausdrucksstarken Gesang. Ward stellt sein musikalisches Gespür unter Beweis, wodurch es ihm gelingt, sich stilistisch munter in der amerikanischen Musikgeschichte des letzten Jahrhunderts zu bewegen und die Songs nie aufgesetzt wirken zu lassen. Da überrascht es einen auch nicht mehr, dass diese an sich sehr altmodische Musik einen solch großen Erfolg erzielen kann. Das Konzept von She & Him ist so einfach und genial, dass es jeden kriegt.
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Rezension zu "A Very She & Him Christmas" (2011)
Rezension zu "Volume One" (2008)
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