Rezension
Shakhtyor
Shakhtyor
Highlights: -
Genre: Postrock // Doomrock
Sounds Like: Isis // Red Sparowes // Tephra
VÖ: 16.04.2012
Ein Gespräch zwischen sogenannten und selbsternannten Musikexperten dreht sich meist nur um eines: Wer kennt mehr neue Bands, mit denen man prahlen kann? Auch eine Hamburger Band könnte Thema solcher Gespräche werden, wäre da nicht: Der Bandname. "Shakhtyor"?!? Was klingt wie ein Fußballverein aus der Ukraine, jedoch geschrieben wird, wie der Versuch einer Katze, es sich auf der Tastatur bequem zu machen, könnte so einigen fündig machen, der sich für gut gemachte Musik "made vor der Haustür" interessiert. Wenn es nur irgend jemandem gelinge, diese Empfehlung fehlerfrei zu Buchstabieren. Die Krone setzt dem Ganzen nur noch die Eigenart der Band auf, sich normalerweise in kyrillischer Schrift zu schreiben.
Dabei wäre das Ergebnis sogar einigen Suchaufwand wert. Denn Shakhtyor erfinden zwar nicht das Rad neu, drehen es aber dafür mit einer mitreißenden Verve. Vier Songs nur umfasst das aktuelle gleichnamige Album, welches natürlich trotzdem zwei Seiten einer 12“-Schallplatte füllt. Das Trio spielt eine Art des Postrock, jedoch mit deutlich härteren Elementen und sind dabei klassisch mit Schlagzeug, Bass und Gitarre besetzt. Gesang oder Growls fehlen, sodass auch dem geneigten „ich finde Isis und Neurosis ganz gut, aber das Geschrei stört mich“-Hörer diese Musik näher gebracht werden kann.
Shakhtyor gelingt im Laufe des Longplayers vor allem eines: Mit relativ geringem Aufwand dem Hörer zu Nackenschmerzen zu verhelfen. Die Band verzichtet größtenteils auf laut/leise-Aufbauszenarien – recht schnell und konsequent geht es zur Sache – und das auch noch mit einem unglaublichen Groove. Zwar nutzen sich die Songs recht schnell ab – große „Aha-Momente“, die auch den 15. Durchlauf noch Neues entdecken lassen, fehlen. Dafür jedoch gelingt es, einen Umstand zu verhindern, der vielen Sludge-Bands oft angekreidet wird – live wahnsinnig gut, aus der Konserve irgendwie seelenlos. Shakhtyor sind dort eine schöne Ausnahme, denn auch aus der heimischen Anlage entwickeln die Stücke noch genug Druck, um nicht nur beiläufig genossen zu werden.
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