Rezension

Satellite Stories

Cut Out The Lights


Highlights: Cut Out The Lights // Green River
Genre: Indie-Pop
Sounds Like: Hunter Hunted // Two Door Cinema Club // Peter Bjorn And John // Kakkmaddafakka

VÖ: 07.09.2018

Anflüge von Herbst-Depressionen? Nicht mit Satellite Stories! Auch wenn das neue Werk der Finnen auf den Titel “Cut Out The Lights” hört, so ist es alles andere als eine düstere Angelegenheit. Indie-poppig lassen die 70er-Jahre grüßen, an einem Strand mit gleißendem Sonnenlicht und einer leichten Brise. Wer die Welt am liebsten in Pastelltönen und leicht weichgezeichnet erlebt, der wird dieses Album gern haben, vielleicht sogar lieben. Ohne Ecken und Kanten spielen und singen sich Esa, Marko, Jyri und Olli-Pekka durch zehn straighte Tracks. Da Finnland überwiegend mit Musik der härteren Gangart in Verbindung gebracht wird, ließen sich diese Sounds vielleicht eher an der amerikanischen Westküste oder in England verorten. In Skandinavien beheimatete Gute-Laune-Bands wie Kakkmaddafakka oder Peter Bjorn And John dürfen aber durchaus als passende Referenzen herangezogen werden.

Highlight auf “Cut Out The Lights” ist der gleichnamige Song. Zu dem gibt es ein offizielles Video mit – wenig überraschend – jeder Menge Wasser, weißem Strand und gleißendem Sonnerlicht. Das Stückchen hat diese hallenden Gitarren, diesen sorglosen, lebensfrohen Gesang und eine Songzeile, die sich mit jeder Wiederholung tiefer im Hirn einnistet. Leichte Kost für einen Ausflug ins Grüne mit Fahrrad, Moped oder Cabrio. Das wirft die Frage auf, ob nicht vielleicht ein Release im Frühjahr oder Sommer mehr Sinn gemacht hätte. Aber gut, irgendwo auf der Erde ist ja immer grad Sommer.

Ein bisschen schwierig fällt indes die Unterscheidung zwischen den Tracks des Albums. Mit einer sehr geraden Produktion, die auf Experimente verzichtete, fehlt es an Distinktionsmerkmalen. Ein Interlude oder ein Instrumental wären ebenso denkbar gewesen wie eine Acoustic-Aufnahme oder der Einbau weiterer Instrumente. Aber so gibt es eben zehn Mal Gitarrenpop mit Retro-Anleihen auf die Ohren. Die Texte wirken eher unbedeutend, was das Gefühl der Austauschbarkeit unterstreicht. Folglich ist “Cut Out The Lights” ein solides, nettes Album, das ein wenig Sonne ins Herz bringt – wenn man es denn lässt.

Mischa Karth

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