Rezension

Razz

Nocturnal


Highlights: Paralysed // Another Heart Another Mind // If There Was A Light
Genre: Indierock
Sounds Like: Kings Of Leon // Interpol // Editors

VÖ: 08.09.2017

Razz bringen mit „Nocturnal“ ihr zweites Album in zwei Jahren heraus und langsam müsste man wohl aufhören, Witze über das Alter der Mitglieder zu machen. Immerhin haben sie mittlerweile alle ihren Schulabschluss in der Tasche. Nur in seine raue Stimme ist Sänger Niklas Keiser optisch immer noch nicht ganz reingewachsen.

In der Tat wirken die Niedersachsen auf der neuen Platte noch abgeklärter als zuvor und setzen sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen Kings Of Leon und Interpol fest. Alles ist noch etwas fetter produziert und die hymnenhaften Ansätze des Debütalbums werden weiter auf die Spitze getrieben. Schon der Opener „Paralysed“ ist das beste Beispiel dafür und geht bereits beim ersten Hören ins Ohr und in die Beine. Zusätzlich gibt es auch mal kleine soundtechnische Spielereien: In „Step Step Step“ knarzt die Gitarre mal mehr, an anderen Stellen werden die Effektgeräte ausgepackt oder der Synthesizer kommt zum Einsatz („Another Heart Another Mind“).

Eigentlich ist das Einzige, was Razz jetzt noch zum großen Durchbruch fehlt, Glück. Das Album lässt jedenfalls nicht viele Wünsche offen – manchmal klingt die Produktion vielleicht ein wenig zu glatt und die Hits könnten eindeutiger hervorstehen – und live waren die Emsländer in den letzten Jahren auch überall anzutreffen, wo Rockmusik gespielt wurde. Und wenn es mit „Nocturnal“ nicht ganz klappt, in die nächste Liga aufzusteigen, dann ist aber auch nicht weiter schlimm. Die Jungs sind ja noch jung, die können warten. Und in der Zwischenzeit weiter fleißig Alben machen.

Lisa Dücker

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Video zu "Let It In Let It Out"
Video zu "Paralysed"

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