Rezension

Ratatat

Magnifique


Highlights: Cream On Chrome // Abrasive // Countach
Genre: Instrumental // Elektro // Rock // Retro
Sounds Like: Justice // Boys Noize // Queen

VÖ: 17.07.2015

Fünf Jahre nach ihrem letzten Album kehren Ratatat mit ihrem fünften Werk „Magnifique“ zurück. Ihrem Sound ist das New Yorker Duo dabei treu geblieben. Unter das weite Feld des „elektronischer Rock“ fallen ihre Instrumentalkompositionen, bei denen ein Einschlag 70er- und 80er-Jahre hörbar ist. Gleichzeitig werden die großen Zeiten der Diskomusik um die Commodores zitiert, als auch der Gitarrensound von Queen. Dazu mischt sich eine Portion Zeitgeist rund um Indietronic.

Die größte Stärke der Band ist dabei zugleich ihre größte Schwäche: Mike Strout und Evan Mast verzichten komplett auf den Gesang, sodass hier allein die Kompositionen im Vordergrund stehen. Diese, wie die Vorabsingle „Cream On Chrome“, die hier die Platte eröffnet, zeigt, leben vom Zusammenspiel von Gitarren und alten Synthesizern, um das sich eine Reihe Klangexperimente drehen. Der Titeltrack zum Beispiel wartet mit Streichern auf und lädt zum Entspannen ein und „Nightclub Amnesia“ ist ein ordentlicher Dancefloor-Stampfer. Die genannte Schwäche jedoch: vielen Stücken stünde Gesang gut zu Gesicht, auf Albumlänge geht „Magnifique“ ein wenig die Luft aus. Ratatat haben einen sehr homogenen Sound, der dazu noch auf Eingängigkeit hin programmiert ist. An dieser Stelle könnte ein zusätzliches Element wie eben eine Stimme der Monotonie Einhalt gebieten, aber genau dies passiert nicht.

So ist die Halbwertszeit von „Magnifique“ sehr kurz und reicht nichtmal eine ganze Albenlänge. Nach zwanzig, dreißig Minuten geht das Konzept der Band einfach nicht mehr auf, da es an Abwechslung mangelt. Ähnliche Alben konnte man in den vergangenen Jahren von Justice oder Boys Noize hören, auch diese wagten den Spagat zwischen Retrorock und Synthieklängen, erstere jedoch gingen den Schritt zum Gesang und von Boys Noize gab es die eine oder andere einschneidende Breitseite im Sound, die für mehr Abwechslung sorgte. Diesen Schritt verpassen Ratatat, vielleicht wird dieses Feld ja in naher Zukunft durch diverse Remixe beschritten.

Klaus Porst

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