Rezension

Primal Scream

More Light


Highlights: 2013 // Culturecide // Relativity
Genre: Dance-Rock // Psychedelic
Sounds Like: The Stone Roses // New Order // My Bloody Valentine // Happy Mondays

VÖ: 10.05.2013

22 Jahre ist es nun her, dass Primal Scream mit ihrem Album „Screamadelica“ den Durchbruch schafften und sich in die Herzen der Fans und Kritiker spielten. Danach veränderte sich der Stil der Band je nach Gemütslage und pendelte zwischen Dance, Dancerock und schlichter Girtarrenmusik hin und her. 2008 traute sich die immer wieder wandelnde Formation um Bobby Gillespie dann sogar an ruhigere und poppigere Sounds heran. Was hat man nun zu erwarten? Hip Hop? Dubsteb? Volksmusik?

Nein, Primal Scream versuchen sich nicht an irgendwelchen gerade beliebten Musikrichtungen, um ein Lebenszeichen hervorzubringen. Bei „More Light“ handelt es sich um ein typisches Album der Madchester-Generation, das gut und gerne auch der direkte Nachfolger von „Screamadelica“ hätte sein können. Naja, da haben sie sich dann halt ein wenig Zeit gelassen, um dieses fast 70-minütige Album aus harschen Gitarren, psychedelischen Melodien und diversen elektronischen Beats zu veröffentlichen.

Schon zu Beginn ist Primal Scream mit „2013“ ein wunderbares Stück gelungen, das sich der ein oder andere bestimmt auch auf „Beautiful Feature“ gewünscht hätte. Getragen von wummernden Gitarren, verpackt Gillespie seine gewohnt gesellschaftskritischen Texte in einen trotz seiner neun Minuten Spielzeit eingängigen Opener. Darauf aufbauend bewegt sich das Album immer mal wieder in psychedelische Bereiche, wie zum Beispiel bei „River Of Pain“, welches sich durch undurchsichtige Melodien und dichte Instrumentierung auszeichnet. Diese grundsätzliche Struktur zieht sich, mit einigen Ausnahmen wie zum Beispiel dem hymnischen Abschluss „It's Alright, It's OK“ oder dem elektronischen „Invisible City“, durch das gesamte Album, wobei es, trotz der Länge von 70 Minuten, immer abwechslungsreich und nie langweilig wirkt.

Somit kann man jeden Altfan beruhigen: „More Light“ ist Primal Scream at its best. Keine hippe musikalische Veränderung, die mit der Zeit geht, sondern das, was die Band berühmt und ausgemacht hat. Was kann man mehr wollen?

Lewis Wellbrock

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