Rezension

Premonition 13

13


Highlights: -
Genre: Hardrock // Psychedelicrock // Stonerrock // Schweinerock
Sounds Like: Saint Vitus // Black Sabbath // Boris // Motörhead // Deep Purple

VÖ: 22.07.2011

Abergläubig sollte nicht sein, wer Fan von Scott „Wino“ Weinrich ist. Auf die Unglückszahl 13 wurde das Erstwerk seiner gefühlten Zehntband getauft. Premonition, übersetzt Vorahnung, trägt die Band ebenfalls im Titel, genug Gründe eigentlich, einen weiten Bogen um dieses Album zu schlagen. Wer sich dennoch todesmutig in das Hörvergnügen stürzt, kann so einiges im Laufe der dreiviertel Stunde erleben, in der der Silberling rotiert. Natürlich stehen sämtliche Bands und Projekte, in denen Wino in den letzten Jahrzehnten Mitglied war und ist, Spalier. Wer ihn nicht kennt: Seit ungefähr 30 Jahren ist er in der „Stonerrock / Doommetal / Hardrock“-Ecke unterwegs.

„Hast du dir wieder Platten von deinem Vater geliehen?“ könnte das Urteil eines vorbei gehenden Kurzhörers lauten. Denn Premonition 13 wirkt vor allem eines: Alt. Wie aus den seligen Zeiten dessen, was früher Hardrock war, heute als Classicrock fast eine Beleidigung darstellt, scheint „13“ entsprungen. Die ersten ernstzunehmenden Akkorde von „B.E.A.U.T.Y“ – alles ist klar. Das Klischee des breitbeinig stehenden, in Lederklamotten gehüllten Gitarristen mit Metermatte könnte schöner nicht in Töne gefasst sein. „13“ ist jedes Klischee egal, hier wird gerockt, als müsste man 1970 „Paranoid“ in den Schatten stellen. Würde es Gastsänger geben, wären ausschließlich Lemmy und Ozzy denkbar. Selbstverständlich wird dieser Stil durchweg gewahrt, neumodischer Schnickschnack wie Keyboards sind was für Popper – mehr als Gitarre, Bass, Schlagzeug und röhrenden Gesang braucht man nicht.

Die Frage, ob man dieses Album ernst nehmen kann oder nicht, muss man sich gar nicht erst stellen. „13“ ist dreckiger Schweinerock, auf den Punkt gespielt. Eine Riesenparty für jene, die eine kurze Reise in die Vergangenheit antreten wollen und sich dabei über das übliche Radiogedudel aus der Zeit hinauswagen. Denn eines ist „13“ mit Sicherheit nicht: billig gemachter Buchhalterrock. Highlights gibt es keine, sämtliche Songs eint eine Richtung, nämlich die der gestreckten Faust. Wo bei anderen Bands der Zahn der Zeit dafür gesorgt hat, dass man sich mit Grausen abwendet, kann man sich bei Premonition 13 durchaus vorstellen, zu Songs wie „Deranged Rock’n Roller“ große Soli auf der Luftgitarre zu spielen.

Klaus Porst

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