Rezension

Phoenix

Ti Amo


Highlights: Ti Amo // Lovelife // Telefono
Genre: Pop // Synthie // Indie
Sounds Like: Daft Punk // Passion Pit // Zoot Woman

VÖ: 09.06.2017

Als Phoenix die Arbeiten zur aktuellen Veröffentlichung „Ti Amo“ aufnahmen, lag in der Welt so einiges im Argen. Es wäre also genug Stoff da gewesen, um ein düsteres Endzeitszenario-Album zu schreiben. Songtitel wie „Tuttifrutti“ oder „Ti Amo“ sind nun aber Anzeichen dafür, dass die Franzosen eher eine Italo-Schnulze vertont haben. Und tatsächlich haben Phoenix sich an den klebrigsten Elementen aus italienisch-französischem 80er-Jahre-Pop bedient und in ihre melodieverliebten Songs integriert.

Der Opener „J-Boy“ wird fast ausschließlich von Keyboard- und Synthie-Flächen getragen und lässt die sonst so zackigen Gitarren gleich ganz außen vor. Der titelgebende Song „Ti Amo“ lässt dann eben diese wieder den Ton angeben und könnte im Kontext der Platte fast als rockig bezeichnet werden. „Fior Di Latte“ überspannt dann allerdings mit den synthetischen Percussions und dem gehauchten Gesang etwas den Schnulzbogen.

Pheonix haben ihr Pulver für die ganz großen Hits vielleicht schon auf den Vorgängern verschossen. Trotzdem ist die aktuelle Veröffentlichung ein weiterer logischer Schritt in der Entwicklung der französischen Indie-Institution. Den zuckersüßen Pop auf „Ti Amo“ könnte man vielleicht am ehesten mit Zuckerwatte vergleichen – eigentlich viel zu süß, aber manchmal eben genau das Richtige.

Sönke Holsten

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Video zu "J-Boy"

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