Rezension

Peter Silberman

Impermanence


Highlights: New York // Gone Beyond
Genre: Singer-Songwriter // Indie
Sounds Like: The Antlers // Lambchop

VÖ: 24.02.2017

Peter Silberman sollte eigentlich jedem Leser ein Begriff sein. Oder jedem Menschen. Denn Silberman ist als Kopf von The Antlers für eines der besten, emotionalsten und traurigsten Indie-Alben des Jahrtausends verantwortlich, „Hospice“. Auch die folgenden Alben wussten Fans und Kritiker zu begeistern. Trotzdem fragt man sich mal wieder, warum Künstler mit solch tollen Liedern und Platten nicht noch viel weiter im Mainstream angelangen, verdient hätten Genies wie Silberman die größere Aufmerksamkeit auf jeden Fall. Doch auch wenn es schade ist, mit dem nun erscheinenden Soloalbum „Impermanence“ wird er auch dieses Mal höchstwahrscheinlich nicht bei der breiten Bevölkerung ankommen. Eine Schande.

Denn auch auf „Impermanence“ schafft es der New Yorker, wunderschön melancholische Songs in ein stimmiges Gesamtkonstrukt zu pressen. Selbstverständlich hört man an etlichen Punkten The Antlers heraus, dennoch findet Silberman für seine Soloplatte einen eigenen, insgesamt ruhigeren Stil. Die shoegazigen Ausbrüche fehlen fast komplett und machen Platz für stark reduzierte Gitarren-Klänge, deren Melodien die fantastische Stimme des US-Amerikaners in den Vordergrund stellen. Das 36 Minuten lange Werk wirkt dabei ineinander greifend, ein Song passt zum anderen. Bis auf das wunderschöne „New York“ sind die Stücke längere, als Teil des Albums funktionierende Puzzlestücke, deren Stärken erst im Gesamtkontext der Platte wirklich erkennbar werden.

Vielleicht ist auch das ein Grund, warum Silberman wohl niemals die große Aufmerksamkeit bekommen wird, die er sich mit seiner Musik verdient hätte. „Impermanence“ ist nicht ausgelegt auf Single-Auskopplungen, Radioplays oder Indie-Diskos. Das Album reiht sich nahtlos in die Reihe der tollen, vollkommen stimmigen Platten der Antlers ein, deren Besonderheit auf Albumlänge erst richtig zum Tragen kommt.

Lewis Wellbrock

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