Rezension

Pedro The Lion

Phoenix


Highlights: Yellow Bike // Quietest Friend
Genre: Indierock // Emo
Sounds Like: The Weakerthans // Eels

VÖ: 18.01.2019

Erstmal vorweg, um die Spannung zu nehmen: Pedro The Lion ist gar kein Löwe, sondern eine Band. Und die gibt es schon seit geraumer Zeit. Wer also hier ist, um was über musikalische Tiere (oder tierische Musik) zu lesen, muss leider enttäuscht werden. Und eigentlich ist Pedro The Lion auch keine Band, sondern der Musiker David Bazan, der sich immer mal wieder andere Musiker sucht, die seine kreativen Auswüchse an Gitarre, Bass und Schlagzeug auf der Bühne umsetzen sollen.

Dieses Konzept funktioniert bereits seit 1995, mehr oder weniger. Denn nach vier herzzerreißenden Studioalben war erstmal Pause – für 15 Jahre. In dieser Zeit versuchte sich Bazan als Soloact und reiste durch die Staaten, mehr oder weniger erfolgreich, bis er schließlich merkte, dass Musik mit einer Band, die nur das spielt, was er selbst super findet, irgendwie dann doch besser ist. Also wieder Löwe, mit Bass in der Hand und Mikro vorm Gesicht.

Und das Resultat kann sich hören lassen: Straighter, melancholischer Indie-Rock mit leicht bluesigem Eels-Einschlag und großer Emo-Kante. Ohne große Schnörkel, Kniffs, Taktwechsel oder sonst irgendetwas, was die Hörer übermäßig beanspruchen könnte. Und das ist nicht negativ gemeint. Auch wenn sich einige Songs etwas in der Belanglosigkeit verlieren, sind die von Herzschmerz und Nostalgie nur so überquellenden Songs schön und eingängig. So eingängig, dass man, wenn man den Songtitel kennt, direkt die Refrains mitsingen kann. Und wenn man den Songtitel nicht kennt, kennt man ihn nach dem ersten Refrain.

Recht simpel, aber passend zu den wehmütigen Grundstimmen des Albums, mit Songs, die Emoherzen höherschlagen lassen, voll von großen Melodien, die nur so dazu einladen, sich in seiner Melancholie zu suhlen und Trost in den Zeilen zu finden. Die treuen Fans von damals werden auch auf „Phoenix“ an Bazans Lippen hängen, die Melodien aufsaugen, sich drin wiederfinden, verstanden – und nach dem zehnten Durchlauf irgendwie ein Stück besser fühlen. Kann dann doch ganz schön sein, diese Melancholie.

Abhilash Arackal

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Video zu "Yellow Bike"
Video zu "Quietest Friend"

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