Rezension

Panda Bear

Buoys


Highlights: Dolphin // Cranked // I Know I Don't Know
Genre: Weird-Folk // Pop
Sounds Like: Animal Collective // Beach Boys // Toro Y Moi

VÖ: 08.02.2019

Seit nun gut 20 Jahren sind die Weird-Folk-Granden von Animal Collective aktiv und haben in der Zeit zehn Studioalben aufgenommen, von denen keins wie das andere klingt. Die Diversität dieser Band liegt vor allem in der Unterschiedlichkeit der Bandmitglieder begründet. Avery Tare, Geologist, Deacon und Panda Bear – sie alle haben ihre Rolle und sind für das Gleichgewicht der Band unersetzlich.

Dies ist wichtig zu verstehen, um Panda Bear als Solokünstler wahrzunehmen. Noah Lennox ist der Pop-Typ der New Yorker und hauptverantwortlich für die einzigartigen Melodien, die sich in unzählbaren Schichten auftürmen und zu einem schwer greifbaren und dennoch eingängigen Pop-Olymp erheben. Panda Bear hat von Brian Wilson gelernt und das merkt man in jeder Sekunde.

Gerade darum ist es zunächst sehr erstaunlich, dass "Buoys" gar nicht megalomanisch, sondern eher reduziert daher kommt. Autotune, entrückte Klangwelten, aber eben reduziert – jedenfalls für Panda-Bear-Verhältnisse – aufs Wesentliche. Für den Eröffnungstrack erhebt sich die autogetunte Stimme Lennox' klanglich aus pluckernden Beats und Blues-Rhythmen. Wasser scheint sich als stummes Leitmotiv durch das gesamte Album zu ziehen. "I Know I Don't Know" ist ein produktionstechnisches Meisterwerk, dem man das Label Underwater Folk anhängen könnte – so magisch, entrückt und kaleidoskopisch klingt es.

Und so pluckert und wabert die Platte vor sich hin und glänzt durch ihre erneut außergewöhnliche Produktion und dieses untrügliche Gespür für Melodien, die Ewigkeiten halten können. Panda Bear führt, etwas reduzierter, die Reise fort, die er mit Animal Collective begonnen hat und zeichnet weiter an der Skizze dessen, was Popmusik heute und in Zukunft sein kann.

Andreas Peters

Hören


"Buoys" auf Soundcloud

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.