Rezension

No Joy

Ghost Blonde


Highlights: Maggie Says I Love You // Hawaii // Still
Genre: Shoegaze // Dream Pop // Noise Pop
Sounds Like: My Bloody Valentine // Lush // Ride

VÖ: 27.05.2011

15.05.11 17:15. Oh Gott! Eine weitere Shoegaze-Platte? 36 Minuten voller unterproduzierter und undifferenzierbarer Klangklumpen. Mal wieder das falsche Album zur Rezension ausgewählt. Nein, da bleibt gar nichts hängen. Immerhin: Die Mädels sind ganz hübsch und veröffentlichen ihr Debüt „Ghost Blonde“ auch noch auf dem hippen „Mexican Summer“-Label. Da drängt sich doch glatt ein Verdacht auf...

17.05.11 7:36. Variation? Doch, „Maggie Says I Love You“ habe ich tatsächlich bereits bewusst gehört. Geile Gitarren, eigentlich. Trotzdem: Platten von My Bloody Valentine oder Lush findet man doch auf jedem Grabbeltisch? Warum also Vollpreis für einen Klon verlangen? Egal. Vielleicht sollte die Platte doch mal über Kopfhörer und nicht über das Autoradio laufen.

18.05.11 15:43. So langsam entblößen sich die Melodien wie die weibliche Brust auf dem Albumcover. „Still“ erinnert sogar in seiner aggressiven Verzweiflung an „Mote“ von Sonic Youth. Noisewellen, hoch wie ein Tsunami. Und nach sechs Minuten prasselt das hypnotische Gitarrenriff von „Ghost Blonde“ wie zu längst verflossenen Ride-Zeiten auf mich nieder. Intensives Zeug.

18.05.11 20:21. Texte immer noch unverständlich. Allerdings legt sich wegen dem schroffen und komplexen „Hawaii“ immer weiter der Verdacht, dass die beiden hier ähnlichen Katzenjammer wie Best Coast verzapfen. Wer solch vielschichtige Songs hinkriegt, wird wohl trotz zuckrigem Gesang nicht mit Substanz geizen.

20.05.11 17:38. Profil haben sie jetzt eigentlich alle: Der katapultierende Drumeinsatz nach 40 Sekunden „Mediumship“. Das federleichte, verhältnismäßig schwach verzerrte „Pacific Pride“. Das einlullende Schlaflied „Indigo Child“. Nur „Untitled“ bleibt wirre Klangkollage. Trotzdem gute Wahl, diese Platte.

23.05.11 18:20. Wirklich Unerhörtes passiert hier nicht mehr. Die Decke ist wohl erreicht. Schade, kein zweites „Loveless“ oder „Nowhere“. Irgendwie auch verständlich. Weitere Durchläufe jedoch garantiert. Man weiß ja nie...

Yves Weber

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