Rezension

Niveau Zero

Jasmine


Highlights: The Cross // In_sect
Genre: Industrial // Dubstep
Sounds Like: Nine Inch Nails // Ministry // Skrillex // Noisia

VÖ: 22.10.2012

Industrial? Digitaler Hardcore? Metal mit Elektroanleihen? Hat es alles schon gegeben? Ja, mag sein, aber dank neuester Entwicklungen rund um das Thema Dubstep sind bunte Genremixturen, absurde Spielereien und extreme Möglichkeiten wieder gefragt. Wo Anfang der 90er von Atari Teenage Riot über Ministry bis Nine Inch Nails bereits viel gewütet wurde, macht sich nun eine neue Generation daran, dieses Feld zu beackern. Skrillex mischt Pop mit allem, was der Computer so an Effekten bietet, Kollegen wie Noisia, Feed Me und Kill The Noise verhelfen sogar Korn zum Sprung ins neue Jahrtausend.

Ebenfalls in dieser Liga, wenngleich nicht so bekannt, spielt der französische DJ Niveau Zero. „Jasmine“ heißt dessen Zweitwerk und bietet zeitgemäßen, aber hörbaren Industrial. Neu mögen dessen Ideen nicht sein, jedoch verhilft die technische Entwicklung dem Werk dazu, seinen Platz zu finden. Wie unglaublich gut Stücke wie „The Cross“ daherkommen, einfach, weil sie so produziert sind, dass beim lauten Hören die Wände auch richtig wackeln oder die Beats in „Permafrost“ wie eisige Wassertropfen auf die Ohren schlagen.

Neben eigenen Kompositionen finden sich auf „Jasmine“ auch einige Kooperationen beziehungsweise Fremdarbeiten. „Forward“ und „New Order“ geben Aggressive-Hip-Hop Platz, der bisweilen an Cypress Hill erinnert und „Distorted Rules“ ist ein Remix der Metalband As They Burn. Wären die harten Growls etwas höher – der Track hätte auch auf genannter Kornplatte gut gepasst. Dass Niveau-Zero-Tracks auch Potential für dubsteptypisches Zerhacken haben, beweist zum Schluss „In_sect“. Wem also Skrillex zu poppig ist und wer gern zwischen elektronischen Spielerei mal zur E-Gitarre greift, für den wird „Jasmine“ definitiv ein Werk sein, mit dem es sich zu beschäftigen gilt.

Klaus Porst

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