Rezension

Motorpsycho

Black Hole/Blank Canvas


Highlights: Triggerman // Hyena
Genre: Rock
Sounds Like: J. Mascis // Sebadoh // Lemonheads

VÖ: 17.03.2006

Zum Duo geschrumpft – um den Schlagzeuger erleichtert – veröffentlichten auch die norwegischen Rocker von Motorpsycho 2006 ein neues Album. Nicht vollkommen unbeachtet, aber doch eher neben dem 2006er Veröffentlichungsterror – der The- Kooks-Hype legte zu der Zeit im März los – liefert das Doppelalbum „Black Hole / Black Canvas“ das, worauf man fast nicht mehr zu wagen hoffte: Rock, Gitarren, Verzerrung. Da treffen die Lemonheads auf die Stooges und J. Mascis schaut freundlich nickend zu. Woraus zu erkennen ist, auch die Melodie kommt nicht zu kurz.

„Black Hole“ empfängt uns sofort rumpelig rockend mit „No Evil“. Im Wechselspiel aus Stoner, 70s und Grunge-College-Rock geht es weiter. „Coalmine Pony“ springt von MC5 zu The Doors und zurück, während „Kill Devil Hills“ locker poppig loslegt, um dann düster abzudriften und sich auszuwalzen. Ähnlich düster schließt sich „Critical Mass“ an, geht aber den entgegengesetzten Weg – hin zum Licht. „Devil Dog“ reanimiert dann Led Zep bevor „Triggerman“ den Wahnsinn zum Prinzip erklärt.

Auf Teil 2 „Black Canvas“ wissen besonders die Songs zu überzeugen, die Melodie und Hemmungslosigkeit verbinden („Hyena“, „Sail On“, „The Ace“, „With Trixeene Through The Mirror, I Dream With Open Eyes“), sich psychedelisch im Nirgendwo verlieren, um durch ein schwarzes Loch doch noch im Hier zu Erscheinen („You Lose“) oder sich in epischer Breite ergehen („Before The Flood“).

Das ist natürlich alles nicht neu, sondern eben das, wofür man Motorpsycho seit gefühlten Ewigkeiten liebt. Und dennoch geht die Mischung dermaßen auf, dass diese Platte mehr ist, als einfach „noch ein Motorpsycho-Album“.

Oliver Bothe

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