Rezension

Moderat

III


Highlights: Reminder // Intruder
Genre: Elektro // TripHop // Techno // Pop
Sounds Like: Apparat // Modeselektor // Haelos // Trentemøller // James Blake

VÖ: 01.04.2016

Einst waren Moderat nur ein Nebenpojekt zum Zeitvertreib. Moderat, das war und sind Modeselektor und Apparat. Nun sind letztere beide in der Wahrnehmung Nebenpojekt von Moderat. Durch „II“ trat ein, was sich durch den Erstling ankündigte, nämlich der ganz große Erfolg. Auf einmal bespielen Moderat riesige Hallen und jede WG-Party. Der Grund: Es ist die einfach perfekte elektronische Musik für alle Lebenslagen. Daran ändert natürlich auch auch „III“ nichts. Auch sonst bleiben die drei sich treu, die neun neuen Stücke bieten das, was zu erwarten war. Wunderschöne Melodien, perfekte Songs und über allem der Gesang Sascha Rings (Apparat). Eine einfache Erfolgsformel mit komplexen Elektrosounds.

Ruhig ist sie insgesamt geworden, die Nummer „III“. Die starken, schnelleren Technoeinflüsse Modeselektors, die noch das Debüt dominierten, wurden schon beim letzten Album auf „Milk“ zurück gefahren. Stattdessen nun sorgsam zusammengebaute Beats, abgestimmt auf den milden Gesang Rings. Der Vorteil: Es ist alles wie aus einem Guss. Allerdings zeigen sich erstmals Abnutzungserscheinungen im Sound. So schön angenehm eingängig dies alles ist, hängen bleibt davon erst einmal wenig. Wiedererkennung beim nochmaligen Hören ja, unverkennbarer Sound der Band auch, was allerdings größtenteils fehlt sind die Stücke, die sich mit allen Haken und Kanten in den Gehörgängen festsetzen.

Man merkt einigen Stellen an, dass hier die immerwährende Wiederholung eines Beats – also ein typisches Merkmal des Techno – an seine Grenzen gerät, wenn das verwendete Motto zu ruhig ist. Zwei Songs stechen allerdings sowohl von Tempo, Intensität als auch Hitfaktor heraus: Die Vorabsingle „Reminder“ und „Intruder“. Letzteres besticht durch einen Ohrwurmrefrain sowie den Ansatz eines Dubstep-Ausbruches, der in Moderat-Spielweise extrem interessant ist.

Unverschämt kommt „Reminder“ um die Ecke. Kann so viel Pop in einem Elektrostück gut sein? Es kann. Wie schon das Ende von „II“ ist auch „Ethereal“ ein gelungener, ruhiger Abschluss einer Platte, die das Ende der ersten Moderat-Triogie ist. Das beste kommt in diesem Fall allerdings nicht zum Schluss, sondern davor: Aufgrund der perfekten Abstimmung aus den Einflüsssen der beiden Bands bleibt "II" das Maß aller Dinge aus dem Hause Moderat.

Klaus Porst

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Reminder

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