Rezension

Minsk

The Crash And The Draw


Highlights: To The Initiate // The Way Is Through // When The Walls Fell
Genre: Doommetal // Sludge // Noise // Stoner
Sounds Like: Neurosis // Isis // Cult Of Luna // Shakhtyor

VÖ: 03.04.2015

Einer Sache kann man sich sicher sein: Erscheint ein Album im Topf der Genres Stoner/Doom/Sludge/Post-Hardcore/-Metal, bekommt man quantitativ was für sein Geld. Unter einer Stunde geht gar nichts, meist wird der Rohling ausgereizt, wie es nur geht. Minsk halten sich an diese Vorgabe; deren neuestes Album „The Crash & The Draw“, welches nach sechs Jahren Pause entsteht, überschreitet dementsprechend auch die 75 Minuten, die einzelnen Songs erreichen mehrmals zweistellige Spielzeiten.

Wie im Genre üblich, bestehen die Stücke dann auch aus Aufbauen und Aufbäumen, mit abwechselnd ruhigen Passagen. Der Gesang besteht bei Minsk wie bei vielen meist aus Growls, kann aber auch cleane Anteile haben. Also, Gitarren an die Verstärker, den Bass tief gestimmt und Stimme geölt – „To The Initiate“ beginnt, wie so oft, mit einem kaum merkbaren Intro, Keyboardklänge hier, Ambientflächen da. Die Sekunden verstreichen, verstreichen weiter, man wartet, wartet auf das Unvermeidliche, den Einbruch, bis eine „Wall Of Sound“ sich über die Ohren des Hörers ergießt. Knapp zwei Minuten dauert das in diesem Fall, danach wird geholzt, was der Nacken hergibt.

Der Gesang ist zweistimmig growlend (wie in „Within And Without“), was natürlich, neben den vielen anderen Anleihen, noch stärker die Assoziation zu Neurosis schafft, an denen sich Minsk hörbar orientieren. Was Minsk jedoch fehlt, sind die Virtuosität sowie der Wiedererkennungswert. So ist „The Crash & The Draw“ kein innovatives Meisterwerk, aber ein Album, das alles hat, was es haben muss und in vielen Momenten den Spagat aus Lärm zum Mitgehen und schönen Erholungsparts („Conjunction“) schafft. Zudem zeigt die Band, dass auf Platte gebannte Schlagzeugsoli durchaus Sinn machen („To You There Is No End“). Es gibt mittlerweile eine gute Anzahl solider Sludgebands, wo sich Minsk mit "The Crash & The Draw" ebenso einreihen.

Klaus Porst

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