Rezension

Michael Kiwanuka

Kiwanuka


Highlights: Hero // Light // You Ain't The Problem
Genre: Soul // Indie // Afrobeat // Psychedelic
Sounds Like: Lianne Le Havas // Marvin Gaye // Otis Redding

VÖ: 01.11.2019

Was tun, wenn man ein mit dem Mercury Prize prämiertes Album hinter sich hat, mehr Airplay als Künstler ähnlicher Kategorien und sich irgendwie jeder auf dich zu einigen können scheint? Nun, zumindest ist es gefährliches Terrain, auf dem sich Kiwanuka befindet. Er meistert ebenjenes mit einem unerschütterlichen Selbstverständnis.

Denn anstatt sich dem erfolgreichen Rezept von "Love & Hate" zu verschreiben, sich anzubiedern und auf Nummer sicher zu gehen, entwickelt Kiwanuka sein Selbstverständnis als Künstler weiter. Begonnen beim Albumtitel: Ein einziges Statement in Richtung all jener, die ihm geraten haben, sich einen Künstlernamen anzuschaffen, da "Kiwanuka" schon für seine Lehrer schwer auszusprechen war. „I won’t change my name/No matter what they call me“ singt er, voller Stolz auf sich und seine Wurzeln. Musikalisch führt Kiwanuka den Soul des Vorgängers weiter. Streicher, Chöre, Bläser – all das, was "Love & Hate" so großartig machte, entfaltet sich auf "Kiwanuka" noch mehr. Unterstützt von Danger Mouse verleiht Kiwanuka seinem dritten Album eine unvergleichliche Wärme und einzigartigen Positivität Afrobeats ("You Ain't The Problem"), Synthiespielereien und Psychedelic-Ausflüge ("Hard To Say Goodbye") ergänzen den Soul des Vorgängers zu einem distinktiven Soundbild.

Kiwanuka hat sich gegen die Hits entschieden und für ein Album im klassischsten Sinne. Alles hier ist genau dort, wo es sein muss. Im Kontext des Gesamtwerks. Und so bastelt Kiwanuka weiter an seiner künstlerischen Identität. Und falls noch nicht längst geschehen, sollten Menschen sich seinen Namen so langsam merken.

Andreas Peters

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