Rezension

Megafaun

Megafaun


Highlights: Get Right // You Are The Light // State/Meant
Genre: Folk-Rock // Blues-Rock // Singer-Songwriter
Sounds Like: DeYarmond Edison // Blitzen Trapper // Deer Tick // Dawes // Dr. Dog // Fleet Foxes

VÖ: 02.09.2011

Ist das wirklich das Albumcover des neuen Megafaun-Abums? Dieses Logo auf weißem Hintergrund, das vielleicht einem Pharmaunternehmen oder einer Versicherungsgesellschaft gehören könnte, aber überhaupt nicht zu den Folk-Rockern aus Eau Claire, Wisconsin, passen will? Was auch man immer von der Verpackung des selbstbetitelten Megafaun-Albums halten will, fest steht zumindest eines: der Inhalt stimmt, und das bereits zum dritten Mal.

Was sich auf dem Vorgänger schon in manchen Songs andeutete, tritt auf ihrem selbstbetitelten Werk noch deutlicher hervor. Megafaun schrecken nicht vor Experimenten zurück. Hier trifft vollbärtiger Americana mit inbrünstigem Chorgesang auf elektronische Soundtüfteleien und die Instrumentierung durch ein Jazz-Ensemble. Das mag sich nach einer seltsamen Mischung anhören, geschieht bei Megafaun jedoch so zwanglos und selbstverständlich, dass einem kaum auffällt, wie außergewöhnlich die Kombination dieser verschiedenen Musikstile eigentlich ist. Allenfalls „Isadora“ gleitet mit seinem Samba-Rhythmus und verspieltem Saxophon doch ein wenig zu sehr in eine Richtung ab, die mit dem amerikanischen Folk-Rock, von dem Megafaun nunmal herkommen und der ihre musikalische Identität geprägt hat, nicht mehr viel zu tun hat. Da steht das musikalische Gegenstück „You Are The Light“, in dem ebenfalls beherzt auf einen Blechbläser-Satz zurückgegriffen wird und man als Hörer New-Orleans-Assoziationen bekommt, der Band weitaus besser.

Erfreulich ist auch, dass die Differenzen zwischen Justin Vernon und Megafaun, die einst zur Trennung der gemeinsamen Vorgängerband führten, wohl nicht mehr zwischen den Musikern aus Wisconsin stehen. So könnte „Get Right“ mit Justin Vernons Beteiligung als Gitarrist ebenso von einem DeYarmond-Edison-Album stammen und besitzt diese einzigartige Verbindung aus dichtem Americana-Bandsound und einer faszinierenden Erhabenheit, die dem Song eine emotionale Durchschlagskraft verleiht, wie man es nur selten erlebt. „Hope You Know“ stellt das Klavier mit seinen vollen verhallten Tönen in den Vordergrund und bringt einen auf der Suche nach einer Erklärung, was Megafauns Sound ausmacht, einen großen Schritt weiter.

Nach all den vielseitigen Songs mit Ausflügen in verschiedene Stilrichtungen findet sich unter den letzten Songs des dritten Megafaun-Album mit „State/Meant“ schließlich noch ein beschaulicher, vom Banjo getragener Song, der als einfacher Folksong beginnt, sich dann jedoch mit Slide-Gitarre und dissonanten elektronischen Sounds im Nichts verliert und einen wieder einmal staunen lässt. Kaum zu glauben, dass die Musik von Megafaun so altertümlich und modern zugleich klingen kann.

Kilian Braungart

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"State/Meant" im Stream:

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