Rezension

Mastodon

The Hunter


Highlights: Black Tongue // The Sparrow // Stargasm
Genre: Progressive Metal
Sounds Like: Pain Of Salvation // Opeth // Porcupine Tree // Tool // Saint Vitus // Premonition 13 // The God Machine

VÖ: 23.09.2011

Ein wenig verstörend mag der erste Eindruck von “The Hunter” sein, dem fünften Werk Mastodons. Ein Stier mit dreifachem Unterbiss auf dem Cover, eine Band mit völlig veränderter musikalischer Richtung auf dem Silberling. Mastodon, bislang ein Markenzeichen für schnellen „auf die Fresse“ – Metal, ohne dafür jedoch das Gespür für Komplexität missen zu lassen, werden ruhiger. Wem als Fan Böses schwahnt angesichts diverser gescheiterter Experimente diverser Bands, sich völlig neu zu erfinden und dabei im Nirgendwo der Belanglosigkeit zu landeten.

Um die gewohnte Fangemeinde nicht zu verschrecken, machen es Mastodon leicht, den gegangenen Weg nachzuvollziehen. Der Opener „Black Tongue“ knüppelt in gewohnter Manier los, hatte einige 80er-Gedenk-Gitarrensoli im Mittelpunkt und gibt ordentlich auf die Zwölf. „Curl Of he Burl“ zeigt sich schon ein wenig anders, melodiös und psychedelisch werden hier Bands wie Saint Vitus, Black Sabbath und Clutch zitiert. In dieser Manier setzt sich Song an Song. Mal werden Ausflüge zum Spacerock gewagt („Stargasm“), größtenteils bleibt der 70er-Bezug. Nun haben jedoch Mastodon den Vorteil, mittlerweile bekannt genug zu sein, um ein breiteres Publikum zu erreichen als die unzählige Anzahl an Retroprogbands, die sich als Vergangenheitskopie versuchen.

Das Titelstück schafft es gar, an Größen wie The God Machine heranzureichen, Songs wie „Thickening“ und „The Sparrow“ hätten auch auf Opeths neuestem Werk „Heritage“ Platz gefunden. Zur Überraschung aller gibt es mit „Creature Lives“ gar eine Hardcorehymne, bei der man sich schwitzende, bierselige, in den Armen liegende Männer vorstellen kann, die zum Abschluss eines Konzertes im Chor „The Creature Lives“ gröhlen. Wer will da nicht dabei sein?

Klaus Porst

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