Rezension

Martin Gore

MG


Highlights: -
Genre: Elektro // TripHop // Dubstep
Sounds Like: Depeche Mode // Arca // Actress

VÖ: 24.04.2015

Wer „MG“ des Namens wegen kauft, weil eben jener Gore wichtiger Bestandteil einer der erfolgreichsten Bands der letzten Jahrzehnte – Depeche Mode – ist, wird zunächst einmal rätseln, was er dort vor sich hat. Viele Soloalben eigentlich aus Bands bekannter Künstler haben nur eine geringe Abweichung vom Bekannten in sich. Oft sind es persönlichere, ruhigere Stücke, Balladen, die im Bombast oder Stil des anderen untergehen, deplatziert wirken, vom Rest der Band aus mal mehr, mal weniger nachvollziehbaren Gründen nicht angenommen werden. „MG“ ist nichts von alledem.

Denn statt Songs liefert Gore hier 16 instrumentale elektronische Soundcollagen ab. Texte, Gesang? Fehlanzeige. Wenigstens Depeche-Mode-Sounds in instrumental? Ja und Nein. Wenn man will, hört man an der einen oder anderen Ecke Bezüge, gerade zu den letzten Alben der Band und bei einigen Stücken wünscht man sich, sie würden mit Gesang versehen Bestandteil kommender Veröffentlichungen sein. Im Grunde jedoch ist „MG“ stark eigenständig, voller Studioaufnahmen, in denen sich Gore zuhause hingesetzt hat, um zu schauen, was die eigene Technik so hergibt. „MG“ ist so nahe an Produzenten wie Arca, Actress oder auch Burial, jedoch ohne den Klangkosmos letzterer zu erschaffen.

Solche Sounds muss man natürlich mögen. Der Durchschnitts-Depeche-Mode-Fan, der auf die Radiohits abfährt und sich in großen Stadien mitsingen hört, wird von „MG“ verschreckt. Die Stücke sind größtenteils ruhig, oftmals schleppend, mitunter auch recht sperrig. Spannend wäre eine Kombination der beiden Welten natürlich schon, denn Depeche Mode waren mal Innovationstreiber, sind jedoch in den letzten Jahren etwas zu sehr in ihrem eigenen Sound gefangen.

Klaus Porst

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"Europa Hymn"

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