Rezension

M. Ward

Migration Stories


Highlights: Torch // Unreal City // Heaven’s Nails And Hammer
Genre: Soft Rock // Alt-Country // Singer-Songwriter
Sounds Like: Elliott Smith // Conor Oberst // Wilco // Okkervil River

VÖ: 03.04.2020

Es gibt diese Künstler, die machen Musik für bestimmte Momente und funktionieren fast nur dann. Manche Bands funktionieren am besten Freitag- oder Samstagnacht auf der Tanzfläche und M. Ward funktioniert fast nur am darauffolgenden Sonntagnachmittag. Im Hintergrund im Szene-Café oder am besten als Soundtrack fürs eigene Sofa, wenn es hochkommt noch zu einem Spaziergang alleine. Auch das neue Werk „Migration Stories“ ist ein entspanntes und introvertiertes Album geworden und reiht sich damit nahtlos in die Diskographie des Musikers ein.

Seit über 20 Jahren veröffentlicht M. Ward unzählige Alben. Oft alleine, mal mit Zooey Deschanel (She & Him) und einmal als Teil der Supergroup Monsters of Folk unter anderem mit Conor Oberst. Meist unaufgeregt, meist sehr schön, aber ohne den ganz großen kommerziellen Durchbruch.

Mit „Migration Stories“ ist ihm erneut ein unaufdringliches und schönes Werk gelungen. Auf dem Album finden sich ein klassisches Zusammenspiel aus Stimme und Gitarre und eingängigen Melodien, dazu auch ein paar echte Perlen. Nachdem der Opener „Migration Of Souls“ direkt die entspannte Stimmung setzt, folgt mit „Heaven’s Nail And Hammer“ ein schönes Highlight, welches einen leichten Ohrwurm hinterlässt, ohne sich jedoch wirklich aufzudrängen. Klänge zwischen Alternative Country und Singer-Songwriter ziehen sich durch das Gesamtwerk, wobei in der Mitte mit der Single „Unreal City“ einmal das Tempo marginal anzieht und man sich kurz überlegt, doch noch am Sonntagnachmittag das Sofa zu verlassen, das Tempo wird jedoch zügig wieder herausgenommen und man kann doch entspannt verweilen. Kurz vor Ende überrascht in dem homogenen Album jedoch auf einmal das wunderschöne „Torch“, welches aus der Feder von Elliott Smith stammen könnte.

Nach „Rio Drone“ sind die elf Stücke schon zu Ende und wenn der Sonntagnachmittag noch nicht vorbei ist und man auch sonst nichts zu tun hat, sollte man sich einfach zurücklehnen und „Migration Stories“ noch einmal hören – entspannen kann man sonntags nie genug.

Marian Krüger

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M. Ward - Torch

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