Rezension

M. Ward

A Wasteland Companion


Highlights: Primitive Girl // I Get Ideas // Sweetheart
Genre: Folk // Singer/Songwriter
Sounds Like: Adam Green // Bright Eyes

VÖ: 06.04.2012

Entspannte Gitarren im flackernden Schein des Lagerfeuers. Dazu ein junger Mann mit starker, trauriger Stimme, der kleine, manchmal traurige Geschichten erzählt. Es ist nicht irgendein junger Mann, es ist der Mann der kleinen Geschichten. Auf "A Wasteland Companion" ist es nun dieser Mann, der sich anschickt, viele weitere, kleine Geschichten zu erzählen, sie zu erzählen, indem er singt.

Nein, eigentlich singt er nicht, er haucht. Anfangs zumindest. Ein ungewöhnlicher Auftakt für eine Platte von einem Mann, der in seiner Stimme so viel Kraft trägt, dass sie selbst bei einem bloßen Hauchen vor Energie sprüht.

Kurz bevor die Frage auftaucht, wie sich die Mischung aus Banjospiel, Gitarren und Lagerfeuerromantik auf einem kompletten Album von 60 Minuten oder so fortsetzen würde, offenbart M. Ward, dass er anderes mit uns vorhat. Er wirft uns mit "Primitive Girl" unverhohlen in eine bunte, heile Welt der USA, die sich in den üppigen Kaufhäusern der 60er Jahre irgendwo zwischen Los Angeles und New York verortet. Dazu serviert Daisy, Stacy, vieleicht auch Lucy aus dem Diner von gegenüber einen ganz hervorragend aufgebrühten Café. – "French Toast mit Rührei, anyone?"

Die Geschichten speisen sich aus den kleinen Dingen des Alltags, die M. Ward in einer wunderbar leichten Weise vorträgt. Nicht ganz mit dem Witz eines Adam Green gesegnet, dafür mit einem Händchen für ähnlich schwungvolle Nummern ("I Get Ideas") – und dazu schon im Alter von nicht einmal 40 Lenzen musikalisch so weit entwickelt, dass er beispielsweise in "The First Time I Ran Away" eine viel ruhigere, aber weitaus reifere Seite von sich preisgibt. Bleibt festzuhalten, dass "A Wasteland Companion" ein Album kurzer Songs ist, aber eines mit Herz.

Mischa Karth

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Verpasste Perlen



Wie jedes Jahr gab es auch 2014 eine extrem große Anzahl an Platten, die wir nicht sofort rezensieren konnten, weil ... keine Zeit, der Job drängelt oder was sonst so dazwischen kommen kann. Daher gibt es nun zum Jahresabschluss nochmal eine große Ladung Rezensionen. Viel Spaß damit!