Rezension

LNZNDRF

LNZNDRF


Highlights: Future You // Beneath The Black Sea // Hypno-Skate
Genre: Krautrock // Experimental
Sounds Like: Neu! // New Order // Harmonia // Amon Düül

VÖ: 19.02.2016

LNZNDRF haben einen unaussprechbaren Namen, den man nur verstehen kann, wenn man Musik aus dem Umfeld The National / Beirut / Sufjan Stevens sehr gerne mag. Dann ist klar, dass er eine Mischung aus den Nachnamen von Ben Lanz – Bläser bei Beirut, Tourmusiker von The National – und Scott und Bryan Devendorf – Bassist und Schlagzeuger von The National – ist. Im Umfeld dieser Bands entsteht gerade sehr viel, gerade die Dessner-Zwillinge (die beiden Gitarristen von The National) sind sehr umtriebig in Sachen Kompositionen oder Produktionen, bisher gab es eigentlich keine Enttäuschungen dabei. So natürlich das Aufhorchen bei der Ankündigung des LNZNDRF-Debütalbums. Allzu schlecht kann es eigentlich nicht sein.

Und es ist mehr als das: Es ist sogar richtig gut! LNZNDRF sind klar vom Krautrock inspiriert, stetige, treibende Rhythmen, Geräusche, einheitliche Gitarrenlinien, experimentelle Rockmusik. Aus ihrer Liebe hierzu haben sie sich gegründet, 2011 war das schon, auf einer The-National-Tour in Neuseeland. Jam-Sessions folgten, live und privat, nun erscheint ein Album. Und dieses klingt nach mehr als nur einem weiteren Nebenprojekt ohnehin schon interessanter Musiker, nach mehr als einfach nur Spaß an der Freude. Und vielleicht ist es genau deshalb so gut – weil die Musiker außerhalb der perfektionistischen Zwänge ihrer Hauptbands einfach losmusizieren. Das ist das, was sie am besten können – Lanz und die Devendorfs stehen bei ihren Hauptbands ohnehin eher im Hintergrund.

„LNZNDRF“ ist kurzweilig und inspirierend, „Future You“ treibt den Hörenden in die Platte hinein, und „Beneath The Black Sea“ ist sogar ein richtig guter dunkler Popsong, erinnert an Joy Division und Konsorten und könnte auch ohne Weiteres in einem Kellerclub im England der frühen 80er live eingespielt sein. Schrammelig endet die Platte mit „Samarra“, und darf sehr gerne einen weiteren Durchgang laufen. Ihre wahre Qualität entfaltet die Band aber ganz sicher live, wenn die Stücke in Jam-Sessions ausarten. Was hier auf Platte gebannt ist – und dafür erstaunlich gut – sind die Ideengerüste, die live in die Unendlichkeit getragen werden.

Daniel Waldhuber

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