Rezension
Little Dragon
Nabuma Rubberband
Highlights: Pretty Girls // Nabuma Rubberband // Pink Cloud
Genre: Elektropop // R&B // Silky Sexy Smooth
Sounds Like: SBTRKT // Blood Orange // Metronomy
VÖ: 09.05.2014
Big Boi, Drake, Gorillaz, SBTRKT. Die Namen der Kollaborationen, mit denen Little Dragon bzw. Aushängeschild Sängerin Yukimi Nagano in der Vergangenheit Aufmerksamkeit generiert hat, haben den eigenen Output der Band immer ein wenig blass erscheinen lassen. Am mittlerweile vierten Album der Band "Nabuma Rubberband" entscheidet sich nun erneut, ob die Band es schafft, aus dem Schatten ihrer Features hinaustreten zu können.
Gleich vorweg ein Nein. Zu klinisch, zu steril, mit kalkulierter Präzision schichten Little Dragon hier viel zu unterkühlte Sounds, was die R&B getünchten Songs in einem diffusen Licht stehen lässt. Ein Zwischenschritt zwischen den eher danceorientierten letzten Outputs "Machine Dreams" bzw. "Ritual Union" und den eher zurückhaltenden Sounds aus den Anfangsjahren der Band?
Yukimi Nagano zählt zu den größten Inspirationen des Albums, wie sie mit Janet Jackson im Ohr stundenlang durch ihre Heimatstadt Göteborg spazierte. Liegt hier der Schlüssel zum Status Quo: Orientierungslosigkeit?
Denn trotz aller Experimentierfreude betreten Little Dragon kein Neuland. Die Sounds, Naganos Gesang und auch die eklektische Stilwahl („Nabuma Rubberband“ wurde mit dem Göteborger Symphonieorchester aufgenommen), alles klingt zu sehr out-of-the-box, zu sehr nach ausgetretenen Pfaden.
Jedoch finden sich auf diesem zu beiden Seiten auch starke Momente des Albums. Diese offenbaren sich in den langsameren Momenten. Immer dann, wenn die Dancestrukturen sich den Klangtexturen hingeben („Pink Cloud“), Nagano die Qualitäten ihrer Stimme voll ausspielt („Cat Rider“), anstatt sie im Fieps zu ersticken („Killing Me“), entfaltetet sich die Magie, die einst „Twice“ zu dem Meisterstück der Zurückhaltung machte, das es immer noch im Namen der Band mitschwingen lässt.
Nagano hat zum aktuellen Album gesagt, dass genau dieser Überhit die Band so lange Zeit befangen gegenüber langsameren Songs gemacht hat. Das aktuelle Album ist der Anfang, diese Befangenheit zu verlieren und so endlich die Größe zu erreichen, die schon seit dem ersten Album in den Songs der Band anklingt.
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