Rezension

Kytes

On The Run


Highlights: Inner Cinema
Genre: Indie-Pop
Sounds Like: Phoenix // Two Door Cinema Club

VÖ: 20.11.2015

Vor Jahren als Schülerband Blind Freddy gegründet, haben die vier Münchener Buben unter diesem Namen ihr Handwerk als Band gelernt. Eigene Songs wurden geschrieben, Langspieler aufgenommen und um die 70 Auftritte gespielt. Dann sollte es professioneller werden und Blind Freddy musste als Namensgeber weichen, um Kytes das Feld zu überlassen. Mit dem neuen Namen zogen auch die professionellen Ambitionen in den Proberaum ein und brachten Konzept und Management gleich mit.

„Inner Cinema“ wurde dann als Vorbote über Youtube und Soundcloud in den Äther geschossen und brachte tatsächlich den gewünschten Erfolg. Das Video wurde tausendfach angesehen und die Debüt-Show als Kytes fand im gar nicht so kleinen Strom in München statt.

Würde man sich ausschließlich auf „Inner Cinema“ beschränken, wäre dieser Hype sogar nachvollziehbar, ist ihnen mit diesem Stück doch ein wirklich gutes und eingängiges Stück Popmusik gelungen.Betrachtet man aber die aktuelle EP-Ver&o uml;ffentlichung „On The Run“ als Ganzes, ist spannendes und kreatives Songwriting einem kalkulierten Output gewichen. So hat man gleich beim Opener „On The Run“ das Gefühl, der Song bestünde aus einer einzigen Refrain-Dauerschleife mit wenig Text, aber vielen Ah- und Oh-Chören. Auch die übrigen Songs sind nach der gleichen Pop-Formel entstanden und plätschern ähnlich ambitionslos durch die Boxen.

Kytes haben mit „Inner Cinema“ Appetit gemacht, den die EP „On The Run“ leider nicht sättigen kann. Zu glatt poliert kommt die Produktion daher und zu seicht ist die textliche Ebene dieser Veröffentlichung. Erfolgreich wird sie wahrscheinlich trotzdem, da es mit seiner Eingängigkeit und Tanzbarkeit viele auf die Tanzfläche locken wird, bis der nächste Indie-Pop-Hype abklatscht.

Sönke Holsten

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Video zu "Inner Cinema"

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